So liest du deinen Laborbefund
Ein Befund nennt je Parameter den gemessenen Wert, die Einheit und einen Referenzbereich. Dieser Bereich beschreibt, was bei 95 Prozent gesunder Erwachsener gemessen wird. Liegt ein Wert knapp außerhalb, ist das oft harmlos: Jeder zwanzigste Gesunde liegt bei einem einzelnen Wert außerhalb. Aussagekräftig sind deutliche Abweichungen, mehrere zusammenpassende Werte, der Verlauf über Zeit und Beschwerden.
Kennzeichen wie H, L, + oder Pfeile markieren Werte außerhalb des Laborbereichs. Ein Kleiner-Zeichen vor der Zahl (etwa < 0,5) heißt, dass der Wert unter der Messgrenze liegt; das ist meist ein gutes Zeichen.
Konventionelle und SI-Einheiten
Deutsche Labore nutzen beide Systeme: Blutzucker und Cholesterin meist in mg/dl, Elektrolyte in mmol/l, Hormone teils in ng/ml, teils in nmol/l. Zwischen Massenkonzentration (mg/dl, µg/l) und Stoffmengenkonzentration (mmol/l, nmol/l) rechnet man über die molare Masse: mmol/l = mg/dl × 10 ÷ molare Masse. Bei Calcium und Magnesium kommt die Wertigkeit dazu, wenn in mEq/l angegeben wird.
Wann ein Wert sofort ärztlich geklärt werden sollte
Labore melden bestimmte Ergebnisse sofort telefonisch, weil sie gefährlich sein können. Der Rechner markiert solche Werte nach der Liste von ARUP Laboratories, darunter Kalium unter 3,0 oder über 6,1 mmol/l, Natrium unter 120 oder über 160 mmol/l, Glukose unter 55 oder über 450 mg/dl, Calcium unter 6,0 oder über 13,0 mg/dl, Hämoglobin unter 7 g/dl, Thrombozyten bis 20 oder ab 1000 pro Nanoliter und eine INR ab 5. Die Grenzen unterscheiden sich zwischen Laboren.
Alle 224 Laborwerte: Einheiten, Umrechnung und Referenzbereiche
Referenzbereiche für Erwachsene nach der Liste des American Board of Internal Medicine (Januar 2026), ergänzt um aktuelle Leitlinien der WHO, KDIGO, ESC/EAS, ADA und des BfR. Umrechnungsfaktoren aus den molaren Massen (PubChem). Ein Klick auf einen Wert zeigt die Erklärung.
Blutbild
Hämoglobin Frauen: 12 bis 16 g/dl; Männer: 13 bis 18 g/dl
Der rote Blutfarbstoff in den roten Blutkörperchen. Er bindet Sauerstoff in der Lunge und gibt ihn im Gewebe ab.
Erhöht: Oft durch Flüssigkeitsmangel, Rauchen oder einen Aufenthalt in großer Höhe; seltener bei Lungen- oder Herzkrankheiten oder einer Vermehrung der roten Blutkörperchen.
Erniedrigt: Zeichen einer Blutarmut (Anämie), häufig durch Eisenmangel, Blutverlust, Mangel an Vitamin B12 oder Folsäure oder chronische Entzündungen. Nach WHO liegt bei Frauen unter 12 g/dl, bei Männern unter 13 g/dl eine Anämie vor.
Umrechnung: 1 g/dl = 10 g/l; 1 g/dl = 0,621 mmol/l
Hämatokrit Frauen: 37 bis 47 %; Männer: 42 bis 50 %
Anteil der Blutzellen, vor allem der roten Blutkörperchen, am gesamten Blutvolumen.
Erhöht: Meist bei Flüssigkeitsmangel; seltener bei einer Vermehrung der roten Blutkörperchen.
Erniedrigt: Wie beim Hämoglobin ein Hinweis auf Blutarmut oder auf verdünntes Blut, etwa durch Infusionen oder in der Schwangerschaft.
Umrechnung: 1 % = 0,01 l/l
Erythrozyten 4,2 bis 5,9 /pl (Mio./µl)
Rote Blutkörperchen. Sie transportieren mit dem Hämoglobin den Sauerstoff.
Erhöht: Bei Flüssigkeitsmangel, Rauchen, Sauerstoffmangel oder einer Knochenmarkerkrankung (Polyzythämie).
Erniedrigt: Bei Blutarmut, Blutverlust oder gestörter Blutbildung.
MCV (mittleres Zellvolumen) 80 bis 98 fl
Mittleres Volumen eines roten Blutkörperchens. Hilft, die Ursache einer Blutarmut einzugrenzen.
Erhöht: Große rote Blutkörperchen, etwa bei Vitamin-B12- oder Folsäuremangel, Alkoholkonsum, Lebererkrankungen oder durch manche Medikamente.
Erniedrigt: Kleine rote Blutkörperchen, am häufigsten bei Eisenmangel, auch bei angeborenen Hämoglobinvarianten wie der Thalassämie.
MCH (HbE) 28 bis 32 pg
Mittlere Menge Hämoglobin in einem roten Blutkörperchen.
Erhöht: Meist zusammen mit einem hohen MCV, etwa bei Vitamin-B12- oder Folsäuremangel.
Erniedrigt: Die roten Blutkörperchen enthalten zu wenig Hämoglobin, typisch bei Eisenmangel.
Umrechnung: 1 pg = 0,0621 fmol
MCHC 33 bis 36 g/dl
Hämoglobinkonzentration innerhalb der roten Blutkörperchen.
Erhöht: Selten, etwa bei einer angeborenen Kugelzellanämie oder durch Messstörungen bei sehr hohen Blutfetten oder Kälteantikörpern.
Erniedrigt: Bei ausgeprägtem Eisenmangel.
Umrechnung: 1 g/dl = 10 g/l; 1 g/dl = 0,621 mmol/l
RDW (Erythrozytenverteilungsbreite) 9 bis 14,5 %
Maß dafür, wie unterschiedlich groß die roten Blutkörperchen sind.
Erhöht: Spricht für unterschiedlich große rote Blutkörperchen, etwa bei beginnendem Eisen-, Vitamin-B12- oder Folsäuremangel oder nach Blutverlust.
Erniedrigt: Ein niedriger Wert hat keine Bedeutung.
Leukozyten 4 bis 11 /nl (Tsd./µl)
Weiße Blutkörperchen, die Zellen der Immunabwehr.
Erhöht: Häufig bei Infektionen, Entzündungen, Stress, Rauchen oder durch Kortison; selten bei Erkrankungen des Knochenmarks.
Erniedrigt: Bei manchen Virusinfekten, durch Medikamente wie eine Chemotherapie, bei Autoimmunerkrankungen oder Knochenmarkstörungen.
Umrechnung: 1 /nl (Tsd./µl) = 1.000 /µl
Thrombozyten 150 bis 450 /nl (Tsd./µl)
Blutplättchen. Sie sind für die Blutstillung zuständig.
Erhöht: Vorübergehend bei Entzündungen, Eisenmangel, nach Blutverlust oder Operationen; selten bei Knochenmarkerkrankungen.
Erniedrigt: Bei Infekten, durch Medikamente, Alkohol, Lebererkrankungen oder Immunprozesse. Bei sehr niedrigen Werten steigt die Blutungsneigung.
Umrechnung: 1 /nl (Tsd./µl) = 1.000 /µl
MPV (mittleres Thrombozytenvolumen) 7 bis 9 fl
Mittleres Volumen der Blutplättchen.
Erhöht: Kann auf eine verstärkte Neubildung von Blutplättchen hinweisen, etwa nach Blutverlust oder bei vermehrtem Verbrauch.
Erniedrigt: Selten von Bedeutung; teils bei verminderter Bildung im Knochenmark.
Retikulozyten 0,5 bis 1,5 %
Junge rote Blutkörperchen. Sie zeigen, wie aktiv das Knochenmark neue rote Blutkörperchen bildet.
Erhöht: Das Knochenmark arbeitet verstärkt, etwa nach Blutverlust, bei Zerfall roter Blutkörperchen oder zu Beginn einer Eisen- oder Vitamin-B12-Behandlung.
Erniedrigt: Bei verminderter Blutbildung, etwa durch Nährstoffmangel, Nierenerkrankungen oder Knochenmarkstörungen.
Umrechnung: 1 % = 10 ‰
Neutrophile Granulozyten (%) 50 bis 70 %
Anteil der neutrophilen Granulozyten an den weißen Blutkörperchen. Sie bekämpfen vor allem Bakterien.
Erhöht: Bei bakteriellen Infektionen, Entzündungen, Stress, Rauchen oder unter Kortison.
Erniedrigt: Bei manchen Virusinfekten, durch Medikamente oder bei Knochenmarkstörungen.
Neutrophile Granulozyten (absolut) 2 bis 8,25 /nl (Tsd./µl)
Anzahl der neutrophilen Granulozyten, der häufigsten weißen Blutkörperchen.
Erhöht: Bei bakteriellen Infektionen, Entzündungen, Stress, Rauchen oder unter Kortison.
Erniedrigt: Bei manchen Virusinfekten, durch Medikamente oder bei Knochenmarkstörungen. Unter 0,5 pro Nanoliter steigt die Infektionsgefahr deutlich.
Umrechnung: 1 /nl (Tsd./µl) = 1.000 /µl
Lymphozyten (%) 30 bis 45 %
Anteil der Lymphozyten an den weißen Blutkörperchen. Sie steuern die gezielte Abwehr und bilden Antikörper.
Erhöht: Häufig bei Virusinfekten, etwa Pfeifferschem Drüsenfieber; selten bei Erkrankungen des lymphatischen Systems.
Erniedrigt: Bei Stress, unter Kortison, bei manchen Infektionen und Immunschwächen.
Lymphozyten (absolut) 1,2 bis 4,95 /nl (Tsd./µl)
Anzahl der Lymphozyten.
Erhöht: Häufig bei Virusinfekten; selten bei Erkrankungen des lymphatischen Systems.
Erniedrigt: Bei Stress, unter Kortison, bei manchen Infektionen und Immunschwächen.
Umrechnung: 1 /nl (Tsd./µl) = 1.000 /µl
Monozyten (%) 0 bis 6 %
Anteil der Monozyten, Fresszellen, die Erreger und Zelltrümmer beseitigen.
Erhöht: Bei chronischen Entzündungen, manchen Infektionen und in der Erholungsphase nach Infekten.
Erniedrigt: Meist ohne Bedeutung.
Monozyten (absolut) 0 bis 0,66 /nl (Tsd./µl)
Anzahl der Monozyten.
Erhöht: Bei chronischen Entzündungen, manchen Infektionen und in der Erholungsphase nach Infekten.
Erniedrigt: Meist ohne Bedeutung.
Umrechnung: 1 /nl (Tsd./µl) = 1.000 /µl
Eosinophile Granulozyten (%) 0 bis 3 %
Anteil der Eosinophilen, Abwehrzellen bei Allergien und Parasiten.
Erhöht: Bei Allergien, Asthma, Neurodermitis, Wurmerkrankungen und durch manche Medikamente.
Erniedrigt: Meist ohne Bedeutung, etwa bei Stress oder unter Kortison.
Eosinophile Granulozyten (absolut) 0 bis 0,33 /nl (Tsd./µl)
Anzahl der Eosinophilen.
Erhöht: Bei Allergien, Asthma, Neurodermitis, Wurmerkrankungen und durch manche Medikamente.
Erniedrigt: Meist ohne Bedeutung.
Umrechnung: 1 /nl (Tsd./µl) = 1.000 /µl
Basophile Granulozyten (%) 0 bis 1 %
Anteil der Basophilen, seltener Abwehrzellen bei allergischen Reaktionen.
Erhöht: Bei Allergien und selten bei Knochenmarkerkrankungen.
Erniedrigt: Ohne Bedeutung.
Basophile Granulozyten (absolut) 0 bis 0,11 /nl (Tsd./µl)
Anzahl der Basophilen.
Erhöht: Bei Allergien und selten bei Knochenmarkerkrankungen.
Erniedrigt: Ohne Bedeutung.
Umrechnung: 1 /nl (Tsd./µl) = 1.000 /µl
Blutsenkung (BSG) Frauen: 0 bis 20 mm/h; Männer: 0 bis 15 mm/h
Wie schnell die roten Blutkörperchen in einem Röhrchen absinken. Ein unspezifischer Entzündungswert.
Erhöht: Bei Entzündungen, Infektionen, Blutarmut, in der Schwangerschaft und mit zunehmendem Alter.
Erniedrigt: Ohne Bedeutung.
Stabkernige Granulozyten 0 bis 5 %
Junge, noch nicht ausgereifte neutrophile Granulozyten.
Erhöht: Bei bakteriellen Infektionen schickt das Knochenmark vermehrt junge Abwehrzellen ins Blut (Linksverschiebung).
Erniedrigt: Ohne Bedeutung.
Retikulozyten (absolut) 25 bis 100 /nl (Tsd./µl)
Anzahl junger roter Blutkörperchen; zeigt, wie aktiv das Knochenmark neue rote Blutkörperchen bildet.
Erhöht: Das Knochenmark arbeitet verstärkt, etwa nach Blutverlust, bei Zerfall roter Blutkörperchen oder zu Beginn einer Eisen- oder Vitamin-B12-Behandlung.
Erniedrigt: Bei verminderter Blutbildung, etwa durch Nährstoffmangel, Nierenerkrankungen oder Knochenmarkstörungen.
Umrechnung: 1 /nl (Tsd./µl) = 1.000 /µl
Unreife Thrombozytenfraktion (IPF) 1 bis 5 %
Anteil junger Blutplättchen; zeigt, wie stark das Knochenmark Blutplättchen nachbildet.
Erhöht: Bei vermehrtem Verbrauch oder Abbau von Blutplättchen, etwa bei einer Immunthrombozytopenie.
Erniedrigt: Zusammen mit wenigen Blutplättchen ein Hinweis auf eine verminderte Bildung im Knochenmark.
Erythropoetin (EPO) 4 bis 26 U/l
Hormon der Niere, das die Bildung roter Blutkörperchen anregt.
Erhöht: Bei Blutarmut oder Sauerstoffmangel als normale Reaktion; selten bei Tumoren.
Erniedrigt: Bei Nierenschwäche oder einer Polycythaemia vera, einer Erkrankung des Knochenmarks.
HbA2 1,5 bis 3,5 %
Kleiner Anteil des Hämoglobins bei Erwachsenen; wird bei Verdacht auf eine Thalassämie bestimmt.
Erhöht: Typisch für die Anlage einer Beta-Thalassämie (Thalassaemia minor), einer erblichen, meist harmlosen Hämoglobinvariante mit kleinen roten Blutkörperchen.
Erniedrigt: Bei Eisenmangel oder einer Alpha-Thalassämie.
HbF (fetales Hämoglobin) bis 1 %
Hämoglobin der Ungeborenen; bei Erwachsenen nur in Spuren vorhanden.
Erhöht: Bei manchen erblichen Hämoglobinstörungen wie der Thalassämie, in der Schwangerschaft oder unter Hydroxycarbamid.
Erniedrigt: Normal.
T-Lymphozyten (CD3) 900 bis 3.245 /µl
Alle T-Lymphozyten, die die zelluläre Abwehr tragen.
Erhöht: Bei manchen Virusinfekten; selten bei Erkrankungen des lymphatischen Systems.
Erniedrigt: Bei Immunschwächen, unter Kortison oder Chemotherapie.
Umrechnung: 1 /µl = 0,001 /nl (Tsd./µl)
T-Helferzellen (CD4) 530 bis 1.570 /µl
T-Helferzellen koordinieren die Immunabwehr.
Erhöht: Meist ohne Bedeutung.
Erniedrigt: Bei einer HIV-Infektion, unter Medikamenten, die das Immunsystem dämpfen, oder vorübergehend bei schweren Infekten. Bei HIV ist der Wert wichtig für Behandlung und vorbeugende Maßnahmen.
Umrechnung: 1 /µl = 0,001 /nl (Tsd./µl)
Zytotoxische T-Zellen (CD8) 430 bis 1.060 /µl
T-Zellen, die infizierte Zellen erkennen und abtöten.
Erhöht: Bei Virusinfekten, etwa mit Epstein-Barr- oder Zytomegalievirus.
Erniedrigt: Bei Immunschwächen oder unter Medikamenten, die das Immunsystem dämpfen.
Umrechnung: 1 /µl = 0,001 /nl (Tsd./µl)
CD4/CD8-Quotient Bereich des eigenen Labors
Verhältnis von Helferzellen zu zytotoxischen T-Zellen.
Erhöht: Meist ohne Bedeutung.
Erniedrigt: Bei einer HIV-Infektion, vorübergehend auch bei Virusinfekten und im Alter.
Hinweis: Der Bereich hängt vom Test ab; maßgeblich ist der Bereich deines Labors.
B-Lymphozyten (CD19) 208 bis 590 /µl
B-Zellen bilden Antikörper.
Erhöht: Bei manchen Bluterkrankungen wie der chronischen lymphatischen Leukämie.
Erniedrigt: Bei Antikörpermangel-Erkrankungen oder nach einer Behandlung mit Rituximab und ähnlichen Medikamenten.
Umrechnung: 1 /µl = 0,001 /nl (Tsd./µl)
NK-Zellen (CD16/56) 40 bis 500 /µl
Natürliche Killerzellen der angeborenen Abwehr.
Erhöht: Meist ohne Bedeutung.
Erniedrigt: Selten bei angeborenen Immundefekten; sonst meist ohne Bedeutung.
Umrechnung: 1 /µl = 0,001 /nl (Tsd./µl)
Elektrolyte und Mineralstoffe
Natrium 136 bis 145 mmol/l
Wichtigstes Salz im Blut. Es regelt, wie sich das Wasser im Körper verteilt.
Erhöht: Meist bei Flüssigkeitsmangel, etwa durch zu wenig Trinken, Fieber oder Durchfall.
Erniedrigt: Durch zu viel Flüssigkeit, Entwässerungstabletten, manche Antidepressiva, Herz-, Leber- oder Nierenschwäche oder hormonelle Störungen. Starke Abweichungen können Verwirrtheit und Krampfanfälle auslösen.
Umrechnung: mmol/l = mEq/l
Kalium 3,5 bis 5 mmol/l
Wichtig für Nerven und Muskeln, besonders für den Herzrhythmus.
Erhöht: Bei Nierenschwäche, durch Medikamente wie ACE-Hemmer, Sartane oder kaliumsparende Entwässerungsmittel, oder nur scheinbar durch lange Stauung und Transport der Blutprobe.
Erniedrigt: Durch Entwässerungstabletten, Erbrechen, Durchfall oder Abführmittel. Zu viel und zu wenig Kalium können Herzrhythmusstörungen auslösen.
Umrechnung: mmol/l = mEq/l
Chlorid 98 bis 106 mmol/l
Salz, das zusammen mit Natrium den Wasserhaushalt und das Säure-Basen-Gleichgewicht beeinflusst.
Erhöht: Bei Flüssigkeitsmangel oder Übersäuerung des Blutes.
Erniedrigt: Bei starkem Erbrechen oder durch Entwässerungstabletten.
Umrechnung: mmol/l = mEq/l
Bikarbonat (Standardbikarbonat) 23 bis 28 mmol/l
Puffer im Blut, der Säuren abfängt. Zeigt das Säure-Basen-Gleichgewicht.
Erhöht: Bei Erbrechen, Entwässerungstabletten oder als Ausgleich bei chronischen Lungenerkrankungen.
Erniedrigt: Bei Übersäuerung, etwa durch Nierenschwäche, entgleisten Diabetes oder schwere Durchfälle.
Umrechnung: mmol/l = mEq/l
Calcium 8,6 bis 10,2 mg/dl
Mineral für Knochen, Muskeln und Nerven. Ein Teil ist an Eiweiß gebunden, deshalb hängt der Wert auch vom Albumin ab.
Erhöht: Häufig durch eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen, seltener bei Tumoren, zu viel Vitamin D oder Flüssigkeitsmangel.
Erniedrigt: Bei niedrigem Albumin (dann oft nur scheinbar), Vitamin-D-Mangel, Unterfunktion der Nebenschilddrüsen oder Nierenschwäche.
Umrechnung: 1 mmol/l = 4,01 mg/dl; 1 mmol/l = 2 mEq/l
Calcium, ionisiert 1,16 bis 1,31 mmol/l
Der freie, wirksame Anteil des Calciums, unabhängig vom Eiweiß.
Erhöht: Wie beim Gesamt-Calcium, etwa bei Überfunktion der Nebenschilddrüsen.
Erniedrigt: Bei Vitamin-D-Mangel, Unterfunktion der Nebenschilddrüsen oder Nierenschwäche.
Umrechnung: 1 mmol/l = 4,01 mg/dl
Magnesium 1,6 bis 2,6 mg/dl
Mineral für Muskeln, Nerven und Herz.
Erhöht: Meist bei Nierenschwäche oder hoher Zufuhr über Präparate oder Abführmittel.
Erniedrigt: Bei Durchfall, Alkoholkonsum, Entwässerungstabletten, Magensäureblockern oder schlecht eingestelltem Diabetes. Mögliche Folgen sind Muskelkrämpfe und Herzrhythmusstörungen.
Umrechnung: 1 mmol/l = 2,43 mg/dl; 1 mmol/l = 2 mEq/l
Phosphat (anorganisch) 3 bis 4,5 mg/dl
Mineral für Knochen und Energiestoffwechsel, eng mit Calcium und Parathormon verknüpft.
Erhöht: Vor allem bei Nierenschwäche.
Erniedrigt: Bei Mangelernährung, Alkoholkonsum, Überfunktion der Nebenschilddrüsen oder Vitamin-D-Mangel.
Umrechnung: 1 mmol/l = 3,1 mg/dl
Osmolalität (Serum) 275 bis 295 mOsm/kg
Konzentration gelöster Teilchen im Blut, vor allem Natrium, Glukose und Harnstoff.
Erhöht: Bei Flüssigkeitsmangel, sehr hohem Blutzucker oder Vergiftungen etwa mit Alkoholen.
Erniedrigt: Meist zusammen mit niedrigem Natrium.
Niere und Urin
Kreatinin Frauen: 0,5 bis 1,1 mg/dl; Männer: 0,7 bis 1,3 mg/dl
Abbauprodukt der Muskeln, das über die Nieren ausgeschieden wird. Grundlage für die geschätzte Nierenleistung (eGFR).
Erhöht: Bei eingeschränkter Nierenfunktion, aber auch bei viel Muskelmasse, nach Sport oder einer sehr fleischreichen Mahlzeit.
Erniedrigt: Bei wenig Muskelmasse, im Alter oder in der Schwangerschaft; meist ohne Krankheitswert.
Umrechnung: 1 mg/dl = 88,4 µmol/l
Harnstoff 17 bis 43 mg/dl
Endprodukt des Eiweißabbaus, wird über die Nieren ausgeschieden.
Erhöht: Bei Nierenschwäche, Flüssigkeitsmangel, sehr eiweißreicher Ernährung oder Blutungen im Magen-Darm-Trakt.
Erniedrigt: Bei eiweißarmer Ernährung, schweren Lebererkrankungen oder in der Schwangerschaft.
Umrechnung: 1 mg/dl = 0,167 mmol/l
Harnstoff-Stickstoff (BUN) 8 bis 20 mg/dl
In den USA übliche Angabe des Harnstoffs als Stickstoffgehalt. Harnstoff in mg/dl entspricht BUN mal 2,14; in mmol/l sind beide gleich.
Erhöht: Bei Nierenschwäche, Flüssigkeitsmangel oder sehr eiweißreicher Ernährung.
Erniedrigt: Bei eiweißarmer Ernährung oder schweren Lebererkrankungen.
Umrechnung: 1 mg/dl = 0,357 mmol/l
Harnsäure 3 bis 7 mg/dl
Abbauprodukt der Purine aus Zellen und Nahrung.
Erhöht: Bei purinreicher Kost, Alkohol, Übergewicht, Nierenschwäche oder durch Entwässerungstabletten. Ab etwa 6,8 mg/dl kann Harnsäure auskristallisieren und Gichtanfälle auslösen.
Erniedrigt: Meist ohne Bedeutung, etwa unter Medikamenten gegen Gicht.
Umrechnung: 1 mg/dl = 59,5 µmol/l
eGFR (geschätzte Nierenleistung) ab 60 ml/min/1,73 m²
Geschätzte glomeruläre Filtrationsrate: wie viel Blut die Nieren pro Minute filtern, berechnet aus Kreatinin, Alter und Geschlecht.
Erhöht: Werte über 90 sind normal; sehr hohe Werte haben meist keine Bedeutung.
Erniedrigt: Unter 60 über mindestens drei Monate spricht für eine chronische Nierenerkrankung. Die Einteilung G1 bis G5 folgt KDIGO 2024.
Albumin-Kreatinin-Quotient (Urin) bis 30 mg/g
Albumin-Kreatinin-Quotient im Urin. Erfasst kleine Eiweißverluste über die Niere, etwa bei Diabetes oder Bluthochdruck.
Erhöht: 30 bis 300 mg/g zeigt einen mäßig, über 300 mg/g einen stark erhöhten Eiweißverlust. Vorübergehend auch nach Sport, bei Fieber oder Harnwegsinfekt.
Erniedrigt: Unter 30 mg/g ist normal.
Umrechnung: 1 mg/g = 0,113 mg/mmol
Protein-Kreatinin-Quotient (Urin) bis 200 mg/g
Eiweiß-Kreatinin-Quotient im Urin; erfasst den gesamten Eiweißverlust über die Niere.
Erhöht: Hinweis auf einen Eiweißverlust über die Niere; vorübergehend auch nach Sport oder bei Fieber.
Erniedrigt: Normal.
Umrechnung: 1 mg/g = 0,113 mg/mmol; 1 mg/g = 0,001 mg/mg
pH-Wert (Urin) 4,5 bis 8
Säuregrad des Urins.
Erhöht: Bei pflanzenbetonter Ernährung oder Harnwegsinfekten mit bestimmten Bakterien.
Erniedrigt: Bei fleischreicher Ernährung, beim Fasten oder bei Übersäuerung.
Spezifisches Gewicht (Urin) 1 bis 1,03
Wie konzentriert der Urin ist.
Erhöht: Bei wenig Trinken oder Zucker im Urin.
Erniedrigt: Bei viel Trinken oder gestörter Konzentrationsfähigkeit der Niere.
Cystatin C Bereich des eigenen Labors
Eiweiß, das alle Körperzellen gleichmäßig bilden und die Nieren filtern. Anders als Kreatinin hängt es kaum von der Muskelmasse ab.
Erhöht: Bei eingeschränkter Nierenfunktion; auch unter Kortison und bei Schilddrüsenüberfunktion.
Erniedrigt: Ohne Bedeutung; bei Schilddrüsenunterfunktion etwas niedriger.
Hinweis: Der Bereich hängt vom Test ab; aussagekräftiger ist die daraus berechnete eGFR (CKD-EPI 2012 oder zusammen mit Kreatinin 2021).
Kreatinin-Clearance 90 bis 140 ml/min/1,73 m²
Gemessene Nierenleistung aus Kreatinin in Blut und 24-Stunden-Urin.
Erhöht: In der Schwangerschaft oder im Frühstadium eines Diabetes (Hyperfiltration).
Erniedrigt: Bei eingeschränkter Nierenfunktion; häufig auch durch unvollständig gesammelten Urin.
Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse
ALT (GPT) 10 bis 40 U/l
Leberenzym, das vor allem in Leberzellen vorkommt. Steigt, wenn Leberzellen geschädigt werden.
Erhöht: Häufig bei Fettleber, Alkohol, Medikamenten, Virushepatitis oder nach intensivem Sport.
Erniedrigt: Ohne Bedeutung.
Umrechnung: 1 U/l = 0,0167 µkat/l
AST (GOT) 10 bis 40 U/l
Enzym aus Leber, Herz- und Skelettmuskel.
Erhöht: Bei Lebererkrankungen, Alkohol, Muskelschäden oder nach Sport. Das Verhältnis zur ALT (De-Ritis-Quotient) hilft bei der Einordnung.
Erniedrigt: Ohne Bedeutung.
Umrechnung: 1 U/l = 0,0167 µkat/l
Gamma-GT (GGT) Frauen: 8 bis 40 U/l; Männer: 9 bis 50 U/l
Enzym der Leber und Gallenwege, empfindlich für Alkohol und Medikamente.
Erhöht: Häufig bei Alkoholkonsum, Fettleber, Gallenstau oder durch Medikamente wie manche Mittel gegen Epilepsie.
Erniedrigt: Ohne Bedeutung.
Umrechnung: 1 U/l = 0,0167 µkat/l
Alkalische Phosphatase (AP) 30 bis 120 U/l
Enzym aus Leber, Gallenwegen und Knochen.
Erhöht: Bei Gallenstau, Knochenerkrankungen, im Wachstum (Kinder und Jugendliche), nach Knochenbrüchen und in der Schwangerschaft.
Erniedrigt: Selten, etwa bei Zink- oder Magnesiummangel oder einer angeborenen Hypophosphatasie.
Umrechnung: 1 U/l = 0,0167 µkat/l
Bilirubin gesamt 0,3 bis 1 mg/dl
Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs, das die Leber über die Galle ausscheidet.
Erhöht: Bei Lebererkrankungen, Gallenstau, verstärktem Zerfall roter Blutkörperchen oder harmlos beim Gilbert-Syndrom (Morbus Meulengracht). Ab etwa 2 bis 3 mg/dl färben sich Augen und Haut gelb.
Erniedrigt: Ohne Bedeutung.
Umrechnung: 1 mg/dl = 17,1 µmol/l
Bilirubin direkt 0,1 bis 0,3 mg/dl
Der in der Leber bereits umgewandelte Anteil des Bilirubins.
Erhöht: Spricht für eine Störung in der Leber oder einen Gallenstau.
Erniedrigt: Ohne Bedeutung.
Umrechnung: 1 mg/dl = 17,1 µmol/l
Bilirubin indirekt 0,2 bis 0,7 mg/dl
Der noch nicht umgewandelte Anteil des Bilirubins.
Erhöht: Bei verstärktem Abbau roter Blutkörperchen oder beim harmlosen Gilbert-Syndrom.
Erniedrigt: Ohne Bedeutung.
Umrechnung: 1 mg/dl = 17,1 µmol/l
Albumin 3,5 bis 5,5 g/dl
Wichtigstes Bluteiweiß aus der Leber. Hält Wasser in den Gefäßen und transportiert Stoffe.
Erhöht: Meist durch Flüssigkeitsmangel.
Erniedrigt: Bei Mangelernährung, Lebererkrankungen, Eiweißverlust über Niere oder Darm und bei Entzündungen.
Umrechnung: 1 g/l = 0,1 g/dl
Gesamteiweiß 5,5 bis 9 g/dl
Summe aller Eiweiße im Blut, vor allem Albumin und Antikörper.
Erhöht: Bei Flüssigkeitsmangel oder vermehrten Antikörpern, etwa bei chronischen Entzündungen.
Erniedrigt: Bei Mangelernährung, Leber- oder Nierenerkrankungen.
Umrechnung: 1 g/l = 0,1 g/dl
LDH (Laktatdehydrogenase) 80 bis 225 U/l
Enzym, das in fast allen Zellen vorkommt.
Erhöht: Unspezifisch bei Zellschäden, etwa bei Zerfall roter Blutkörperchen, Muskel-, Leber- oder Herzschäden; oft auch durch Zerfall von Blutzellen in der Probe.
Erniedrigt: Ohne Bedeutung.
Umrechnung: 1 U/l = 0,0167 µkat/l
Lipase 10 bis 140 U/l
Verdauungsenzym der Bauchspeicheldrüse.
Erhöht: Bei einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse, dann meist über das Dreifache; leicht erhöht auch bei Nierenschwäche.
Erniedrigt: Ohne Bedeutung.
Umrechnung: 1 U/l = 0,0167 µkat/l
Amylase 25 bis 125 U/l
Verdauungsenzym aus Bauchspeicheldrüse und Speicheldrüsen.
Erhöht: Bei Entzündung der Bauchspeicheldrüse oder der Speicheldrüsen und bei Nierenschwäche.
Erniedrigt: Ohne Bedeutung.
Umrechnung: 1 U/l = 0,0167 µkat/l
Ammoniak 40 bis 70 µg/dl
Giftiges Abbauprodukt aus Eiweiß, das die Leber unschädlich macht.
Erhöht: Bei schwerer Lebererkrankung; kann Verwirrtheit auslösen. Auch durch falsche Behandlung der Blutprobe.
Erniedrigt: Ohne Bedeutung.
Umrechnung: 1 µg/dl = 0,587 µmol/l
Haptoglobin 83 bis 267 mg/dl
Eiweiß, das freien Blutfarbstoff bindet.
Erhöht: Bei Entzündungen.
Erniedrigt: Bei verstärktem Zerfall roter Blutkörperchen im Blut (Hämolyse).
Umrechnung: 1 mg/dl = 0,01 g/l
Coeruloplasmin 25 bis 43 mg/dl
Eiweiß, das Kupfer im Blut transportiert.
Erhöht: Bei Entzündungen, in der Schwangerschaft oder unter Östrogenen.
Erniedrigt: Bei Morbus Wilson, einer erblichen Kupferspeicherkrankheit, oder bei Eiweißmangel.
Umrechnung: 1 mg/dl = 0,01 g/l
Alpha-1-Antitrypsin 150 bis 350 mg/dl
Schützt Lunge und Leber vor körpereigenen Enzymen.
Erhöht: Bei Entzündungen.
Erniedrigt: Bei einem angeborenen Alpha-1-Antitrypsin-Mangel, der Lunge und Leber schädigen kann.
Umrechnung: 1 mg/dl = 0,01 g/l
Cholinesterase (CHE) Bereich des eigenen Labors
Enzym aus der Leber; zeigt, wie viel Eiweiß die Leber bildet.
Erhöht: Bei Fettleber, Übergewicht und Nierenerkrankungen mit Eiweißverlust.
Erniedrigt: Bei verminderter Leistung der Leber, etwa bei Zirrhose, bei Mangelernährung, Entzündungen oder Vergiftung mit bestimmten Insektiziden. Eine angeborene Variante verlängert die Wirkung mancher Narkosemittel.
Umrechnung: 1 U/l = 0,001 kU/l; 1 U/l = 0,0167 µkat/l
Hinweis: Der Bereich hängt stark vom Test ab (Angabe in U/l oder kU/l); maßgeblich ist der Bereich deines Labors.
GLDH (Glutamatdehydrogenase) Bereich des eigenen Labors
Enzym aus dem Inneren der Leberzellen.
Erhöht: Bei schwereren Leberzellschäden, etwa durch Durchblutungsstörungen, Gallenstau oder Gifte; leicht erhöht auch bei Fettleber und Alkohol.
Erniedrigt: Ohne Bedeutung.
Umrechnung: 1 U/l = 0,0167 µkat/l
Hinweis: Der Bereich hängt vom Test ab; maßgeblich ist der Bereich deines Labors.
5'-Nukleotidase 0 bis 15 U/l
Enzym der Gallenwege.
Erhöht: Bei Gallenstau. Hilft zu unterscheiden, ob eine erhöhte alkalische Phosphatase aus der Leber oder aus den Knochen stammt.
Erniedrigt: Ohne Bedeutung.
Umrechnung: 1 U/l = 0,0167 µkat/l
Präalbumin (Transthyretin) 16 bis 30 mg/dl
Kurzlebiges Transporteiweiß der Leber; zeigt Veränderungen der Ernährung schneller als Albumin.
Erhöht: Bei Nierenschwäche oder unter Kortison.
Erniedrigt: Bei Mangelernährung, Entzündungen und Lebererkrankungen.
Umrechnung: 1 mg/dl = 0,01 g/l; 1 mg/dl = 10 mg/l
Globuline gesamt 2 bis 3,5 g/dl
Alle Bluteiweiße außer Albumin, darunter Antikörper und Transporteiweiße.
Erhöht: Bei chronischen Entzündungen, Lebererkrankungen oder der Vermehrung eines einzelnen Antikörpers (monoklonale Gammopathie).
Erniedrigt: Bei Antikörpermangel oder Eiweißverlust.
Umrechnung: 1 g/dl = 10 g/l
Alpha-1-Globulin 0,2 bis 0,4 g/dl
Fraktion der Eiweißelektrophorese, vor allem Alpha-1-Antitrypsin.
Erhöht: Bei akuten Entzündungen.
Erniedrigt: Bei Alpha-1-Antitrypsin-Mangel oder Eiweißverlust.
Umrechnung: 1 g/dl = 10 g/l
Alpha-2-Globulin 0,5 bis 0,9 g/dl
Fraktion der Eiweißelektrophorese, unter anderem Haptoglobin.
Erhöht: Bei Entzündungen und beim nephrotischen Syndrom.
Erniedrigt: Beim Zerfall roter Blutkörperchen (niedriges Haptoglobin).
Umrechnung: 1 g/dl = 10 g/l
Beta-Globulin 0,6 bis 1,1 g/dl
Fraktion der Eiweißelektrophorese, unter anderem Transferrin und Komplement.
Erhöht: Bei Eisenmangel, hohen Blutfetten oder selten durch einen einzelnen vermehrten Antikörper.
Erniedrigt: Bei Eiweißmangel.
Umrechnung: 1 g/dl = 10 g/l
Gamma-Globulin 0,7 bis 1,7 g/dl
Fraktion der Eiweißelektrophorese, die die Antikörper (Immunglobuline) enthält.
Erhöht: Breit erhöht bei chronischen Entzündungen und Lebererkrankungen. Eine schmale Zacke (M-Gradient) spricht für einen einzelnen vermehrten Antikörper und wird weiter abgeklärt.
Erniedrigt: Bei Antikörpermangel.
Umrechnung: 1 g/dl = 10 g/l
Zucker und Stoffwechsel
Glukose (nüchtern) 70 bis 99 mg/dl
Zucker im Blut, die wichtigste Energiequelle der Zellen.
Erhöht: Nüchtern ab 100 mg/dl spricht für Prädiabetes, ab 126 mg/dl (bestätigt) für Diabetes. Nach dem Essen, bei Stress, Infekten oder unter Kortison steigt der Wert auch ohne Diabetes.
Erniedrigt: Bei Diabetes-Medikamenten, Alkohol, langem Fasten oder selten hormonellen Störungen. Zittern, Schwitzen und Verwirrtheit sind Warnzeichen einer Unterzuckerung.
Umrechnung: 1 mg/dl = 0,0555 mmol/l
HbA1c (Langzeitzucker) 4 bis 5,6 %
Langzeitzucker: Anteil des Hämoglobins, an den Zucker gebunden ist. Spiegelt den durchschnittlichen Blutzucker der letzten 8 bis 12 Wochen.
Erhöht: 5,7 bis 6,4 % gelten als Prädiabetes, ab 6,5 % liegt bei Bestätigung ein Diabetes vor. Blutarmut, Eisenmangel oder Hämoglobinvarianten können den Wert verfälschen.
Erniedrigt: Bei verkürzter Lebensdauer der roten Blutkörperchen oder nach Blutverlust; meist ohne Bedeutung.
Umrechnung: mmol/mol = (% − 2,152) × 10,929
Insulin (nüchtern) bis 20 µU/ml
Hormon der Bauchspeicheldrüse, das den Blutzucker senkt. Wird nüchtern gemessen.
Erhöht: Bei Insulinresistenz, etwa mit Übergewicht oder Prädiabetes.
Erniedrigt: Bei Typ-1-Diabetes oder fortgeschrittenem Typ-2-Diabetes.
Umrechnung: 1 µU/ml = 6 pmol/l
Hinweis: Umrechnung mit 6,0 pmol/l je µU/ml nach dem internationalen Insulinstandard; ältere Tabellen nennen 6,945 (Knopp et al. 2019).
C-Peptid 0,8 bis 3,1 ng/ml
Entsteht in gleicher Menge wie körpereigenes Insulin und zeigt, wie viel Insulin die Bauchspeicheldrüse noch bildet.
Erhöht: Bei Insulinresistenz oder Nierenschwäche.
Erniedrigt: Bei Typ-1-Diabetes.
Umrechnung: 1 ng/ml = 0,331 nmol/l; 1 ng/ml = 331 pmol/l
Laktat 0,7 bis 2,1 mmol/l
Milchsäure. Entsteht, wenn Zellen Energie ohne ausreichend Sauerstoff gewinnen.
Erhöht: Nach starker Muskelarbeit, bei Kreislaufschock, schweren Infektionen oder selten durch Medikamente wie Metformin.
Erniedrigt: Ohne Bedeutung.
Umrechnung: 1 mmol/l = 9,01 mg/dl
Beta-Hydroxybutyrat (Ketonkörper) bis 0,4 mmol/l
Ketonkörper, entsteht beim Abbau von Fett.
Erhöht: Beim Fasten, bei ketogener Ernährung oder gefährlich erhöht bei einer entgleisten Diabetes-Ketoazidose.
Erniedrigt: Normal.
Blutfette
Gesamtcholesterin bis 200 mg/dl
Gesamtmenge an Cholesterin im Blut, ein Baustoff für Zellen und Hormone.
Erhöht: Erblich, durch Ernährung, Übergewicht, Schilddrüsenunterfunktion oder Nierenerkrankungen. Für das Herz-Kreislauf-Risiko sind LDL und Non-HDL aussagekräftiger.
Erniedrigt: Selten von Bedeutung, etwa bei Mangelernährung oder Schilddrüsenüberfunktion.
Umrechnung: 1 mg/dl = 0,0259 mmol/l
LDL-Cholesterin bis 130 mg/dl
Das LDL-Cholesterin lagert sich in Gefäßwänden ab und ist der wichtigste Blutfettwert für das Herzinfarktrisiko.
Erhöht: Erblich, durch Ernährung, Übergewicht oder Schilddrüsenunterfunktion. Das Ziel hängt vom persönlichen Risiko ab: nach ESC/EAS unter 116 mg/dl bei niedrigem, unter 100 bei mittlerem, unter 70 bei hohem, unter 55 bei sehr hohem und unter 40 mg/dl bei extremem Risiko.
Erniedrigt: Niedrige Werte sind in der Regel erwünscht, besonders unter Behandlung.
Umrechnung: 1 mg/dl = 0,0259 mmol/l
HDL-Cholesterin Frauen: ab 50 mg/dl; Männer: ab 40 mg/dl
Das HDL-Cholesterin transportiert Cholesterin zur Leber zurück.
Erhöht: Meist günstig; sehr hohe Werte schützen nicht zusätzlich.
Erniedrigt: Bei Bewegungsmangel, Übergewicht, Rauchen und Diabetes; geht mit höherem Herz-Kreislauf-Risiko einher.
Umrechnung: 1 mg/dl = 0,0259 mmol/l
Non-HDL-Cholesterin Bereich des eigenen Labors
Gesamtcholesterin minus HDL: alle Cholesterin-Anteile, die Gefäße schädigen können.
Erhöht: Gute Einschätzung des Risikos, besonders bei hohen Triglyceriden.
Erniedrigt: Erwünscht.
Umrechnung: 1 mg/dl = 0,0259 mmol/l
Hinweis: Kein allgemeiner Referenzbereich; die Zielwerte der ESC/EAS liegen 30 mg/dl über dem jeweiligen LDL-Ziel.
Triglyceride bis 150 mg/dl
Neutralfette aus der Nahrung und der Leber.
Erhöht: Nach dem Essen, bei Übergewicht, Alkohol, Diabetes oder erblich.
Erniedrigt: Ohne Bedeutung.
Umrechnung: 1 mg/dl = 0,0113 mmol/l
Lipoprotein(a) bis 30 mg/dl; bis 75 nmol/l
Ein erblich festgelegter Blutfettwert. Er ändert sich im Leben kaum und muss meist nur einmal bestimmt werden.
Erhöht: Erhöht das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und eine Verengung der Aortenklappe.
Erniedrigt: Erwünscht.
Umrechnung: nicht sicher umrechenbar
Hinweis: mg/dl und nmol/l lassen sich nicht sicher ineinander umrechnen, weil die Partikel unterschiedlich groß sind. Grenzwerte gelten deshalb je Einheit.
Apolipoprotein B bis 90 mg/dl
Eiweiß auf allen gefäßschädigenden Cholesterinpartikeln; zählt deren Anzahl.
Erhöht: Wie LDL ein Maß für das Herz-Kreislauf-Risiko.
Erniedrigt: Erwünscht.
Umrechnung: 1 mg/dl = 0,01 g/l
Apolipoprotein A1 Frauen: ab 140 mg/dl; Männer: ab 120 mg/dl
Haupteiweiß des HDL.
Erhöht: Ohne Nachteil.
Erniedrigt: Wie ein niedriges HDL mit höherem Risiko verbunden.
Umrechnung: 1 mg/dl = 0,01 g/l
Cholesterin/HDL-Quotient Bereich des eigenen Labors
Verhältnis von Gesamtcholesterin zu HDL-Cholesterin.
Erhöht: Je höher, desto ungünstiger für Herz und Gefäße.
Erniedrigt: Günstig.
Hinweis: Kein Bestandteil der aktuellen ESC/EAS-Leitlinie; maßgeblich sind LDL- und Non-HDL-Cholesterin.
LDL/HDL-Quotient Bereich des eigenen Labors
Verhältnis von LDL- zu HDL-Cholesterin.
Erhöht: Je höher, desto ungünstiger für Herz und Gefäße.
Erniedrigt: Günstig.
Hinweis: Kein Bestandteil der aktuellen ESC/EAS-Leitlinie; maßgeblich sind LDL- und Non-HDL-Cholesterin.
Eisenstoffwechsel
Eisen (Serum) 50 bis 150 µg/dl
Eisen im Blut. Schwankt im Tagesverlauf und nach Mahlzeiten stark und ist allein wenig aussagekräftig.
Erhöht: Nach Eiseneinnahme, bei Eisenüberladung (Hämochromatose) oder Zerfall roter Blutkörperchen.
Erniedrigt: Bei Eisenmangel, aber auch bei Entzündungen. Für den Eisenstatus sind Ferritin und Transferrinsättigung besser.
Umrechnung: 1 µg/dl = 0,179 µmol/l
Ferritin Frauen: 24 bis 307 ng/ml; Männer: 24 bis 336 ng/ml
Speichereisen. Der beste Einzelwert für die Eisenreserven.
Erhöht: Bei Entzündungen (Ferritin steigt dann unabhängig vom Eisen), Lebererkrankungen, Alkohol, Übergewicht oder Eisenüberladung.
Erniedrigt: Zeigt leere Eisenspeicher. Nach WHO spricht ein Wert unter 15 µg/l bei Gesunden für Eisenmangel. Weil Entzündungen das Ferritin ansteigen lassen, kann sich ein Eisenmangel dann hinter höheren Werten verbergen; bei einer Entzündung spricht deshalb schon ein Wert unter 70 µg/l für Eisenmangel.
Umrechnung: ng/ml = µg/l
Transferrin 200 bis 400 mg/dl
Transporteiweiß für Eisen.
Erhöht: Bei Eisenmangel, in der Schwangerschaft und unter der Pille.
Erniedrigt: Bei Entzündungen, Eiweißmangel oder Eisenüberladung.
Umrechnung: 1 mg/dl = 0,01 g/l
Transferrinsättigung 20 bis 50 %
Wie viel Prozent des Transporteiweißes mit Eisen beladen sind.
Erhöht: Bei Eisenüberladung, etwa durch eine Hämochromatose.
Erniedrigt: Unter 20 % spricht für zu wenig verfügbares Eisen.
Eisenbindungskapazität (TEBK) 250 bis 310 µg/dl
Wie viel Eisen das Blut binden könnte.
Erhöht: Bei Eisenmangel.
Erniedrigt: Bei Entzündungen oder Eisenüberladung.
Umrechnung: 1 µg/dl = 0,179 µmol/l
Vitamine und Spurenelemente
25-OH-Vitamin D 20 bis 60 ng/ml
25-OH-Vitamin D (Calcidiol) ist die Speicherform und der übliche Wert für die Vitamin-D-Versorgung.
Erhöht: Fast nur durch hoch dosierte Präparate. Sehr hohe Werte können den Calciumspiegel gefährlich erhöhen.
Erniedrigt: Vor allem durch wenig Sonne im Winterhalbjahr, dunkle Haut, höheres Alter oder Übergewicht. Das BfR sieht 20 ng/ml (50 nmol/l) als ausreichend für die Knochengesundheit an; manche Labore setzen die Grenze bei 30 ng/ml (75 nmol/l).
Umrechnung: 1 ng/ml = 2,5 nmol/l; ng/ml = µg/l
1,25-Dihydroxy-Vitamin D (Calcitriol) 15 bis 60 pg/ml
Die aktive Hormonform des Vitamin D aus der Niere. Nicht geeignet, um die Vitamin-D-Versorgung zu beurteilen.
Erhöht: Bei Sarkoidose, Überfunktion der Nebenschilddrüsen oder manchen Lymphomen.
Erniedrigt: Bei fortgeschrittener Nierenschwäche.
Umrechnung: 1 pg/ml = 2,4 pmol/l
Vitamin B12 200 bis 800 pg/ml
Vitamin für Blutbildung und Nerven.
Erhöht: Durch Präparate, bei Leber- oder Bluterkrankungen.
Erniedrigt: Bei veganer Ernährung ohne Ergänzung, Aufnahmestörungen im Magen-Darm-Trakt, im Alter oder durch Metformin und Magensäureblocker. Bei grenzwertigen Werten klären Holotranscobalamin oder Methylmalonsäure.
Umrechnung: 1 pg/ml = 0,738 pmol/l; pg/ml = ng/l
Methylmalonsäure 0 bis 0,4 µmol/l
Steigt, wenn in den Zellen Vitamin B12 fehlt.
Erhöht: Spricht für einen Vitamin-B12-Mangel in den Zellen; auch bei Nierenschwäche erhöht.
Erniedrigt: Normal.
Umrechnung: 1 µmol/l = 1.000 nmol/l
Folsäure (Serum) 1,8 bis 9 ng/ml
Vitamin für Zellteilung und Blutbildung.
Erhöht: Durch Präparate.
Erniedrigt: Bei einseitiger Ernährung, Alkohol, Aufnahmestörungen oder Medikamenten wie Methotrexat. Vor und in der Schwangerschaft besonders wichtig.
Umrechnung: 1 ng/ml = 2,27 nmol/l; ng/ml = µg/l
Vitamin A (Retinol) 32,5 bis 78 µg/dl
Vitamin für Sehen, Haut und Immunsystem.
Erhöht: Durch hoch dosierte Präparate; kann Leber und Knochen schädigen.
Erniedrigt: Bei Fettaufnahmestörungen oder Mangelernährung.
Umrechnung: 1 µg/dl = 0,0349 µmol/l; 1 µg/dl = 10 µg/l
Vitamin E (alpha-Tocopherol) 5,5 bis 17 mg/l
Fettlösliches Vitamin, das Zellen vor Oxidation schützt.
Erhöht: Durch Präparate; hohe Dosen können die Blutungsneigung erhöhen.
Erniedrigt: Selten, bei Fettaufnahmestörungen.
Umrechnung: 1 mg/l = 0,1 mg/dl; 1 mg/l = 2,32 µmol/l
Vitamin C (Ascorbinsäure) 0,4 bis 1,5 mg/dl
Wasserlösliches Vitamin für Bindegewebe und Abwehr.
Erhöht: Durch Präparate.
Erniedrigt: Bei sehr einseitiger Ernährung, bei Rauchern und bei Alkoholkrankheit.
Umrechnung: 1 mg/dl = 56,8 µmol/l; 1 mg/dl = 10 mg/l
Zink 75 bis 140 µg/dl
Spurenelement für Immunsystem, Haut und Wundheilung.
Erhöht: Durch Präparate.
Erniedrigt: Bei einseitiger Ernährung, Durchfällen, Alkohol oder Entzündungen; Entzündungen senken den Wert auch ohne echten Mangel.
Umrechnung: 1 µg/dl = 0,153 µmol/l; 1 µg/dl = 10 µg/l
Kupfer 100 bis 200 µg/dl
Spurenelement für Blutbildung und Nerven.
Erhöht: Bei Entzündungen, in der Schwangerschaft und unter Östrogenen.
Erniedrigt: Bei Morbus Wilson, nach Magenoperationen oder durch zu viel Zink.
Umrechnung: 1 µg/dl = 0,157 µmol/l; 1 µg/dl = 10 µg/l
Beta-Carotin 75 bis 300 µg/dl
Vorstufe von Vitamin A aus Obst und Gemüse.
Erhöht: Bei sehr carotinreicher Ernährung; harmlos, kann die Haut gelblich färben.
Erniedrigt: Bei wenig Obst und Gemüse oder Fettaufnahmestörungen.
Umrechnung: 1 µg/dl = 0,0186 µmol/l
Folsäure in Erythrozyten 150 bis 450 ng/ml
Folsäure in den roten Blutkörperchen; spiegelt die Versorgung der letzten Monate besser als der Wert im Serum.
Erhöht: Durch Präparate.
Erniedrigt: Bei länger bestehendem Folsäuremangel; auch ein Vitamin-B12-Mangel kann den Wert senken.
Umrechnung: 1 ng/ml = 2,27 nmol/l
Holotranscobalamin (aktives Vitamin B12) Bereich des eigenen Labors
Der an sein Transporteiweiß gebundene, für die Zellen verfügbare Anteil des Vitamin B12. Zeigt einen Mangel früher als das gesamte Vitamin B12.
Erhöht: Durch Präparate.
Erniedrigt: Spricht für einen beginnenden Vitamin-B12-Mangel; im Graubereich hilft die Methylmalonsäure.
Hinweis: Der Bereich hängt vom Test ab; maßgeblich ist der Bereich deines Labors.
Vitamin B1 (Thiamin) Bereich des eigenen Labors
Vitamin für den Energiestoffwechsel von Nerven und Herz.
Erhöht: Durch Präparate; ohne Bedeutung.
Erniedrigt: Bei Alkoholkrankheit, Mangelernährung, nach Magenoperationen oder starkem Erbrechen. Ein schwerer Mangel kann Nerven und Herz schädigen.
Umrechnung: 1 nmol/l = 0,425 µg/l
Hinweis: Meist im Vollblut als Thiaminpyrophosphat gemessen; maßgeblich ist der Bereich deines Labors.
Vitamin B6 (Pyridoxalphosphat) Bereich des eigenen Labors
Vitamin für Eiweißstoffwechsel, Blutbildung und Nerven.
Erhöht: Durch hoch dosierte Präparate; über längere Zeit kann das Nerven schädigen (Kribbeln, Taubheit).
Erniedrigt: Bei Alkoholkrankheit, Nierenschwäche, Darmerkrankungen oder durch manche Medikamente wie Isoniazid.
Umrechnung: 1 nmol/l = 0,247 µg/l
Hinweis: Der Bereich hängt vom Test ab; maßgeblich ist der Bereich deines Labors.
Selen Bereich des eigenen Labors
Spurenelement für Schilddrüse und Abwehr.
Erhöht: Durch Präparate; sehr hohe Werte sind giftig (Haarausfall, brüchige Nägel).
Erniedrigt: Bei einseitiger Ernährung, Darmerkrankungen oder Dialyse.
Umrechnung: 1 µg/l = 0,0127 µmol/l
Hinweis: Die Bereiche für Serum und Vollblut unterscheiden sich; maßgeblich ist der Bereich deines Labors.
Schilddrüse
TSH 0,5 bis 4 mU/l
Steuerhormon der Hirnanhangsdrüse für die Schilddrüse; wichtigster Suchtest für Schilddrüsenstörungen.
Erhöht: Spricht für eine Unterfunktion der Schilddrüse, etwa durch eine Hashimoto-Thyreoiditis. Leicht erhöhte Werte sind im Alter häufig.
Erniedrigt: Spricht für eine Überfunktion oder eine zu hohe Dosis Schilddrüsenhormone.
fT4 (freies Thyroxin) 0,8 bis 1,8 ng/dl
Freies Thyroxin, das wichtigste Schilddrüsenhormon im Blut.
Erhöht: Bei Überfunktion oder zu hoher Hormondosis.
Erniedrigt: Bei Unterfunktion.
Umrechnung: 1 ng/dl = 12,9 pmol/l; 1 ng/dl = 10 ng/l
fT3 (freies Trijodthyronin) 2,3 bis 4,2 pg/ml
Freies Trijodthyronin, die aktive Form des Schilddrüsenhormons.
Erhöht: Bei Überfunktion.
Erniedrigt: Bei Unterfunktion oder schweren Allgemeinerkrankungen.
Umrechnung: 1 pg/ml = 1,54 pmol/l; pg/ml = ng/l
T4 gesamt (Thyroxin) 5 bis 12 µg/dl
Gesamtes Thyroxin, freier und an Eiweiß gebundener Anteil.
Erhöht: Bei Überfunktion, aber auch durch mehr Bindungseiweiß, etwa unter der Pille oder in der Schwangerschaft.
Erniedrigt: Bei Unterfunktion oder Eiweißmangel.
Umrechnung: 1 µg/dl = 12,9 nmol/l
T3 gesamt (Trijodthyronin) 80 bis 180 ng/dl
Gesamtes Trijodthyronin, freier und gebundener Anteil.
Erhöht: Bei Überfunktion.
Erniedrigt: Bei Unterfunktion oder schweren Allgemeinerkrankungen.
Umrechnung: 1 ng/dl = 0,0154 nmol/l; 1 ng/dl = 0,01 ng/ml
TPO-Antikörper Bereich des eigenen Labors
Antikörper gegen ein Schilddrüsenenzym; Hinweis auf eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse.
Erhöht: Typisch für die Hashimoto-Thyreoiditis, auch bei Morbus Basedow; kommt in geringer Höhe auch bei Gesunden vor.
Erniedrigt: Normal.
Hinweis: Grenzwerte hängen stark vom Test ab; maßgeblich ist der Bereich deines Labors.
Thyreoglobulin-Antikörper Bereich des eigenen Labors
Antikörper gegen Thyreoglobulin, ein Eiweiß der Schilddrüse.
Erhöht: Bei Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse.
Erniedrigt: Normal.
Hinweis: Grenzwerte hängen stark vom Test ab; maßgeblich ist der Bereich deines Labors.
TSH-Rezeptor-Antikörper (TRAK) Bereich des eigenen Labors
Antikörper gegen den TSH-Rezeptor der Schilddrüse.
Erhöht: Typisch für Morbus Basedow.
Erniedrigt: Normal.
Hinweis: Grenzwerte hängen stark vom Test ab; maßgeblich ist der Bereich deines Labors.
Thyreoglobulin bis 20 ng/ml
Eiweiß der Schilddrüse, vor allem wichtig in der Nachsorge nach Schilddrüsenkrebs.
Erhöht: Bei Kropf, Entzündung oder in der Krebsnachsorge als Hinweis auf verbliebenes Gewebe.
Erniedrigt: Nach vollständiger Entfernung der Schilddrüse erwünscht.
Umrechnung: ng/ml = µg/l
Reverse T3 (rT3) 20 bis 40 ng/dl
Inaktive Form des Schilddrüsenhormons T3.
Erhöht: Bei schweren Allgemeinerkrankungen, Fasten oder Stress, ohne dass eine Schilddrüsenkrankheit vorliegt.
Erniedrigt: Ohne große Bedeutung.
Umrechnung: 1 ng/dl = 0,0154 nmol/l; 1 ng/dl = 10 pg/ml
Thyroxin-bindendes Globulin (TBG) 12 bis 27 µg/ml
Haupttransporteiweiß der Schilddrüsenhormone.
Erhöht: In der Schwangerschaft, unter der Pille und bei Leberentzündung. Erhöht das Gesamt-T4, nicht aber das freie T4.
Erniedrigt: Bei Eiweißverlust, unter Androgenen oder angeboren.
Umrechnung: µg/ml = mg/l
Hormone
Cortisol (morgens) 5 bis 25 µg/dl
Stresshormon der Nebenniere mit starkem Tagesrhythmus; morgens am höchsten.
Erhöht: Bei Stress, Schlafmangel, Einnahme der Pille oder selten beim Cushing-Syndrom.
Erniedrigt: Bei einer Nebennierenschwäche oder nach längerer Einnahme von Kortison.
Umrechnung: 1 µg/dl = 27,6 nmol/l; 1 µg/dl = 10 ng/ml
Testosteron gesamt Frauen: 18 bis 54 ng/dl; Männer: 291 bis 1.100 ng/dl
Männliches Geschlechtshormon, bei Frauen in kleiner Menge vorhanden. Wird morgens gemessen.
Erhöht: Bei Frauen etwa beim polyzystischen Ovarsyndrom (PCOS), bei Männern durch Hormonpräparate.
Erniedrigt: Bei Männern durch Übergewicht, Alter oder Erkrankungen der Hoden oder Hirnanhangsdrüse.
Umrechnung: 1 ng/ml = 100 ng/dl; 1 ng/ml = 3,47 nmol/l
Östradiol Frauen, Follikelphase: 10 bis 180 pg/ml; Frauen, Eisprung: 100 bis 300 pg/ml; Frauen, Lutealphase: 40 bis 200 pg/ml; Frauen, nach den Wechseljahren: bis 10 pg/ml; Männer: 20 bis 50 pg/ml
Wichtigstes weibliches Geschlechtshormon. Die Werte schwanken stark mit dem Zyklus.
Erhöht: Je nach Zyklusphase normal; außerhalb davon etwa durch Hormonpräparate oder Eierstockzysten. Bei Männern durch Übergewicht oder Medikamente.
Erniedrigt: Nach den Wechseljahren normal; sonst etwa bei starkem Untergewicht oder Leistungssport.
Umrechnung: 1 pg/ml = 3,67 pmol/l; pg/ml = ng/l
Progesteron Frauen, Follikelphase: 0,02 bis 0,9 ng/ml; Frauen, Lutealphase: 2 bis 30 ng/ml; Männer: 0,12 bis 0,3 ng/ml
Gelbkörperhormon; steigt nach dem Eisprung.
Erhöht: In der zweiten Zyklushälfte und in der Schwangerschaft normal.
Erniedrigt: In der ersten Zyklushälfte normal; in der zweiten Hälfte ein möglicher Hinweis auf einen ausgebliebenen Eisprung.
Umrechnung: 1 ng/ml = 3,18 nmol/l; ng/ml = µg/l
LH (luteinisierendes Hormon) Frauen, Follikel- und Lutealphase: 1 bis 12 U/l; Frauen, Eisprung: 9 bis 80 U/l; Frauen, nach den Wechseljahren: ab 30 U/l; Männer: 2 bis 9 U/l
Steuerhormon der Hirnanhangsdrüse für Eierstöcke und Hoden.
Erhöht: Um den Eisprung und nach den Wechseljahren normal; sonst bei nachlassender Funktion von Eierstöcken oder Hoden.
Erniedrigt: Bei Störungen von Hirnanhangsdrüse oder Hypothalamus, auch bei starkem Untergewicht.
FSH (follikelstimulierendes Hormon) Frauen, Follikel- und Lutealphase: 2 bis 9 U/l; Frauen, Eisprung: 4 bis 22 U/l; Frauen, nach den Wechseljahren: ab 30 U/l; Männer: 1 bis 7 U/l
Steuerhormon für die Eizellreifung und die Spermienbildung.
Erhöht: Nach den Wechseljahren normal; sonst bei nachlassender Funktion von Eierstöcken oder Hoden.
Erniedrigt: Bei Störungen von Hirnanhangsdrüse oder Hypothalamus.
Prolaktin bis 20 ng/ml
Hormon der Hirnanhangsdrüse für die Milchbildung.
Erhöht: In Schwangerschaft und Stillzeit, durch Stress, Medikamente wie manche Psychopharmaka oder selten durch einen gutartigen Tumor der Hirnanhangsdrüse.
Erniedrigt: Selten von Bedeutung.
Umrechnung: ng/ml = µg/l; 1 ng/ml = 21,2 mU/l
Hinweis: mU/l nach dem 3. WHO-Standard (Faktor 21,2); je nach Test leicht abweichend.
DHEA-S Frauen: 44 bis 332 µg/dl; Männer: 89 bis 457 µg/dl
Vorstufe der Geschlechtshormone aus der Nebenniere.
Erhöht: Beim polyzystischen Ovarsyndrom oder selten bei Nebennierentumoren.
Erniedrigt: Im Alter normal, sonst bei einer Nebennierenschwäche.
Umrechnung: 1 µg/dl = 0,0271 µmol/l
SHBG Frauen: 18 bis 144 nmol/l; Männer: 10 bis 57 nmol/l
Transporteiweiß für Geschlechtshormone.
Erhöht: Im Alter, bei Schilddrüsenüberfunktion oder unter der Pille.
Erniedrigt: Bei Übergewicht, Insulinresistenz oder dem polyzystischen Ovarsyndrom.
Parathormon (intakt) 10 bis 65 pg/ml
Hormon der Nebenschilddrüsen; regelt Calcium und Phosphat.
Erhöht: Bei Vitamin-D-Mangel, Nierenschwäche oder einer Überfunktion der Nebenschilddrüsen.
Erniedrigt: Bei hohem Calcium aus anderer Ursache oder nach Operationen am Hals.
Umrechnung: 1 pg/ml = 0,106 pmol/l; pg/ml = ng/l
IGF-1 16 bis 24 Jahre: 182 bis 780 ng/ml; 25 bis 39 Jahre: 114 bis 492 ng/ml; 40 bis 54 Jahre: 90 bis 360 ng/ml; ab 55 Jahren: 71 bis 290 ng/ml
Wachstumsfaktor, der die Wirkung des Wachstumshormons widerspiegelt; altersabhängig.
Erhöht: Bei einer Überproduktion von Wachstumshormon (Akromegalie).
Erniedrigt: Bei Mangelernährung, Leberschäden oder Wachstumshormonmangel.
Umrechnung: 1 ng/ml = 0,131 nmol/l; ng/ml = µg/l
ACTH 10 bis 60 pg/ml
Steuerhormon der Hirnanhangsdrüse für die Nebennierenrinde.
Erhöht: Bei Nebennierenschwäche oder bestimmten Formen des Cushing-Syndroms.
Erniedrigt: Unter Kortisontherapie oder bei einer Störung der Hirnanhangsdrüse.
Umrechnung: 1 pg/ml = 0,22 pmol/l; pg/ml = ng/l
Beta-hCG Frauen: bis 1 U/l; Männer: bis 1,4 U/l
Schwangerschaftshormon.
Erhöht: In der Schwangerschaft; sonst selten bei bestimmten Tumoren.
Erniedrigt: Außerhalb der Schwangerschaft normal.
Calcitonin Frauen: bis 5 pg/ml; Männer: bis 10 pg/ml
Hormon aus der Schilddrüse; dient als Marker für den medullären Schilddrüsenkrebs.
Erhöht: Beim medullären Schilddrüsenkrebs, aber auch bei Nierenschwäche oder durch Magensäureblocker.
Erniedrigt: Normal.
Umrechnung: pg/ml = ng/l
17-OH-Progesteron Frauen, Follikelphase: bis 80 ng/dl; Frauen, Lutealphase: bis 285 ng/dl; Frauen, nach den Wechseljahren: bis 51 ng/dl; Männer: bis 220 ng/dl
Vorstufe des Cortisols aus der Nebenniere.
Erhöht: Bei einem angeborenen Enzymmangel der Nebenniere (adrenogenitales Syndrom); in der zweiten Zyklushälfte und in der Schwangerschaft auch normal höher.
Erniedrigt: Ohne Bedeutung.
Umrechnung: 1 ng/dl = 0,01 ng/ml; 1 ng/dl = 0,0303 nmol/l
Androstendion Frauen: 30 bis 200 ng/dl; Männer: 40 bis 150 ng/dl
Vorstufe von Testosteron und Östrogenen aus Nebenniere und Keimdrüsen.
Erhöht: Beim polyzystischen Ovarsyndrom, bei Störungen der Nebenniere oder selten bei Tumoren.
Erniedrigt: Im Alter oder bei einer Nebennierenschwäche.
Umrechnung: 1 ng/dl = 0,01 ng/ml; 1 ng/dl = 0,0349 nmol/l
Aldosteron , im Liegen oder Sitzen: bis 10 ng/dl; , im Stehen: bis 21 ng/dl
Hormon der Nebenniere, das Salz- und Wasserhaushalt sowie den Blutdruck regelt.
Erhöht: Bei einer Überproduktion der Nebenniere (primärer Hyperaldosteronismus, eine häufige Ursache von Bluthochdruck) oder als Reaktion auf Flüssigkeitsmangel, Herz- oder Leberschwäche.
Erniedrigt: Bei einer Nebennierenschwäche oder sehr salzreicher Ernährung.
Umrechnung: 1 ng/dl = 10 ng/l; 1 ng/dl = 10 pg/ml; 1 ng/dl = 27,7 pmol/l
Hinweis: Wird zusammen mit Renin bewertet (Aldosteron-Renin-Quotient). Viele Blutdruckmittel beeinflussen beide Werte.
Renin 0,2 bis 3,6 ng/ml/h
Enzym der Niere, das über Angiotensin den Blutdruck und das Aldosteron steuert.
Erhöht: Bei Flüssigkeits- oder Salzmangel, unter Entwässerungstabletten, ACE-Hemmern oder Sartanen und bei einer Verengung der Nierenarterie.
Erniedrigt: Bei einem primären Hyperaldosteronismus, sehr salzreicher Ernährung oder unter Betablockern.
Umrechnung: nicht sicher umrechenbar
Hinweis: Aktivität (ng/ml/h) und Konzentration (mU/l) sind verschiedene Messverfahren und lassen sich nicht ineinander umrechnen.
Dihydrotestosteron (DHT) Männer: 25 bis 80 ng/dl
Stärkste Form des männlichen Hormons; entsteht aus Testosteron, unter anderem in Haut und Prostata.
Erhöht: Bei Frauen etwa beim polyzystischen Ovarsyndrom; bei Männern durch Testosteronpräparate.
Erniedrigt: Bei Männern zusammen mit niedrigem Testosteron oder unter Medikamenten wie Finasterid.
Umrechnung: 1 ng/dl = 0,01 ng/ml; 1 ng/dl = 10 pg/ml; 1 ng/dl = 0,0344 nmol/l
Testosteron, freies Männer: 70 bis 300 pg/ml
Der nicht an Eiweiß gebundene, wirksame Anteil des Testosterons.
Erhöht: Bei Frauen etwa beim polyzystischen Ovarsyndrom; bei Männern durch Präparate.
Erniedrigt: Bei Männern ein genauerer Hinweis auf Testosteronmangel als das Gesamttestosteron, besonders bei Übergewicht oder verändertem SHBG.
Umrechnung: 1 pg/ml = 0,1 ng/dl; 1 pg/ml = 3,47 pmol/l; 1 pg/ml = 0,0035 nmol/l
Testosteron, bioverfügbar Frauen, 18 bis 69 Jahre: 0,5 bis 8,5 ng/dl
Freies und locker gebundenes Testosteron, das die Gewebe nutzen können.
Erhöht: Bei Frauen etwa beim polyzystischen Ovarsyndrom.
Erniedrigt: Bei Testosteronmangel.
Umrechnung: 1 ng/dl = 0,0347 nmol/l; 1 ng/dl = 10 pg/ml
Östron 10 bis 60 pg/ml
Östrogen, das nach den Wechseljahren vor allem im Fettgewebe entsteht.
Erhöht: Bei Übergewicht, unter Hormonpräparaten oder beim polyzystischen Ovarsyndrom.
Erniedrigt: Ohne große Bedeutung.
Umrechnung: 1 pg/ml = 3,7 pmol/l; pg/ml = ng/l
Wachstumshormon (STH) bis 5 ng/ml
Hormon der Hirnanhangsdrüse für Wachstum und Stoffwechsel.
Erhöht: Nach Sport, im Schlaf, bei Stress und Hunger normal; dauerhaft erhöht bei Akromegalie.
Erniedrigt: Ein einzelner niedriger Wert ist normal, weil das Hormon in Schüben ausgeschüttet wird.
Umrechnung: ng/ml = µg/l
Hinweis: Schwankt stark über den Tag; aussagekräftiger sind IGF-1 oder ein Belastungs- beziehungsweise Hemmtest.
Gastrin bis 100 pg/ml
Hormon des Magens, das die Säurebildung anregt.
Erhöht: Häufig durch Magensäureblocker (Protonenpumpenhemmer) oder eine chronische Magenschleimhautentzündung; selten durch einen gastrinbildenden Tumor.
Erniedrigt: Ohne Bedeutung.
Umrechnung: pg/ml = ng/l
Chromogranin A bis 93 ng/ml
Eiweiß aus hormonbildenden Zellen; Marker für neuroendokrine Tumoren.
Erhöht: Häufig durch Magensäureblocker, Nierenschwäche oder eine chronische Magenschleimhautentzündung; seltener bei neuroendokrinen Tumoren.
Erniedrigt: Normal.
Umrechnung: ng/ml = µg/l
Metanephrin (Plasma) bis 0,5 nmol/l
Abbauprodukt des Adrenalins; Suchtest für ein Phäochromozytom, einen Tumor des Nebennierenmarks.
Erhöht: Leicht erhöht oft durch Stress, Medikamente oder eine Blutentnahme im Sitzen; deutlich erhöht bei einem Phäochromozytom.
Erniedrigt: Normal.
Umrechnung: 1 nmol/l = 197 pg/ml
Normetanephrin (Plasma) bis 0,9 nmol/l
Abbauprodukt des Noradrenalins; Suchtest für ein Phäochromozytom.
Erhöht: Leicht erhöht oft durch Stress, Medikamente oder eine Blutentnahme im Sitzen; deutlich erhöht bei einem Phäochromozytom.
Erniedrigt: Normal.
Umrechnung: 1 nmol/l = 183 pg/ml
Anti-Müller-Hormon (AMH) Bereich des eigenen Labors
Hormon der Eibläschen; zeigt die verbleibende Eizellreserve.
Erhöht: Beim polyzystischen Ovarsyndrom; bei jungen Frauen auch normal hoch.
Erniedrigt: Bei abnehmender Eizellreserve mit dem Alter, nach Operationen an den Eierstöcken oder nach Chemotherapie. Ein niedriger Wert sagt allein wenig über die Chance einer natürlichen Schwangerschaft.
Umrechnung: 1 ng/ml = 7,14 pmol/l
Hinweis: Stark abhängig von Alter und Test; maßgeblich ist der Bereich deines Labors. Umrechnung: 1 ng/ml entspricht 7,14 pmol/l.
Osteocalcin Frauen: 7,2 bis 27,9 ng/ml; Männer: 11,3 bis 35,4 ng/ml
Eiweiß der knochenbildenden Zellen; Marker für den Knochenumbau.
Erhöht: Bei gesteigertem Knochenumbau, etwa nach den Wechseljahren, bei Schilddrüsenüberfunktion oder einer Überfunktion der Nebenschilddrüsen.
Erniedrigt: Unter Kortison oder Medikamenten gegen Osteoporose.
Umrechnung: ng/ml = µg/l
Knochen-AP (knochenspezifische alkalische Phosphatase) Frauen, vor den Wechseljahren: 4,5 bis 16,9 µg/l; Frauen, nach den Wechseljahren: 7 bis 22,4 µg/l; Männer, ab 25 Jahren: 6,5 bis 20,1 µg/l
Anteil der alkalischen Phosphatase aus den Knochen; Marker für den Knochenaufbau.
Erhöht: Bei gesteigertem Knochenumbau, nach Knochenbrüchen, bei Vitamin-D-Mangel, Morbus Paget oder Knochenmetastasen.
Erniedrigt: Unter Medikamenten gegen Osteoporose.
Umrechnung: µg/l = ng/ml
Entzündung und Immunsystem
CRP (C-reaktives Protein) bis 8 mg/l
Eiweiß aus der Leber, das bei Entzündungen innerhalb von Stunden stark ansteigt.
Erhöht: Bei Infektionen (bakterielle oft deutlich höher als virale), Verletzungen, nach Operationen und bei entzündlichen Erkrankungen.
Erniedrigt: Normal.
Umrechnung: 1 mg/l = 0,1 mg/dl
hs-CRP (hochsensitiv) bis 3 mg/l
Hochempfindlich gemessenes CRP zur Einschätzung des Herz-Kreislauf-Risikos. Nur aussagekräftig ohne akuten Infekt.
Erhöht: Spricht für eine dauerhafte, leichte Entzündung, die mit einem höheren Herz-Kreislauf-Risiko einhergeht; bei Infekten vorübergehend.
Erniedrigt: Günstig.
Umrechnung: 1 mg/l = 0,1 mg/dl
Procalcitonin bis 0,1 ng/ml
Steigt vor allem bei bakteriellen Infektionen.
Erhöht: Bei schweren bakteriellen Infektionen und einer Blutvergiftung (Sepsis).
Erniedrigt: Normal; spricht eher gegen eine schwere bakterielle Infektion.
Umrechnung: ng/ml = µg/l
Immunglobulin G (IgG) 800 bis 1.500 mg/dl
Häufigste Antikörperklasse, schützt langfristig nach Infektionen und Impfungen.
Erhöht: Bei chronischen Entzündungen, Lebererkrankungen, Autoimmunerkrankungen oder Bluterkrankungen.
Erniedrigt: Bei angeborenen oder erworbenen Immunschwächen.
Umrechnung: 1 mg/dl = 0,01 g/l
Immunglobulin A (IgA) 90 bis 325 mg/dl
Antikörper der Schleimhäute.
Erhöht: Bei chronischen Entzündungen, Lebererkrankungen oder Bluterkrankungen.
Erniedrigt: Beim häufigen, meist harmlosen IgA-Mangel; wichtig bei Tests auf Zöliakie.
Umrechnung: 1 mg/dl = 0,01 g/l
Immunglobulin M (IgM) 45 bis 150 mg/dl
Antikörper, die früh in einer Infektion gebildet werden.
Erhöht: Bei frischen Infektionen und manchen Bluterkrankungen.
Erniedrigt: Bei Immunschwächen.
Umrechnung: 1 mg/dl = 0,01 g/l
Immunglobulin E (IgE gesamt) bis 380 IU/ml
Antikörper, die bei Allergien und Parasiten eine Rolle spielen.
Erhöht: Bei Allergien, Neurodermitis oder Wurmbefall.
Erniedrigt: Normal.
Rheumafaktor bis 24 IU/ml
Antikörper, der bei rheumatoider Arthritis häufig erhöht ist.
Erhöht: Bei rheumatoider Arthritis, aber auch bei anderen Erkrankungen und bei Gesunden im Alter.
Erniedrigt: Normal; schließt Rheuma aber nicht aus.
Anti-CCP-Antikörper bis 20 U/ml
Antikörper, die sehr typisch für die rheumatoide Arthritis sind.
Erhöht: Spricht deutlich für eine rheumatoide Arthritis.
Erniedrigt: Normal.
Hinweis: Grenzwerte hängen vom Test ab; maßgeblich ist der Bereich deines Labors.
Komplement C3 100 bis 233 mg/dl
Teil der angeborenen Abwehr.
Erhöht: Bei Entzündungen.
Erniedrigt: Bei Verbrauch, etwa beim Lupus oder bestimmten Nierenentzündungen.
Umrechnung: 1 mg/dl = 0,01 g/l
Komplement C4 14 bis 48 mg/dl
Teil der angeborenen Abwehr.
Erhöht: Bei Entzündungen.
Erniedrigt: Bei Verbrauch, etwa beim Lupus, oder bei einem angeborenen Mangel.
Umrechnung: 1 mg/dl = 0,01 g/l
Beta-2-Mikroglobulin 0,54 bis 2,75 mg/l
Eiweiß auf der Oberfläche fast aller Zellen.
Erhöht: Bei Nierenschwäche und manchen Bluterkrankungen wie dem Multiplen Myelom.
Erniedrigt: Normal.
Anti-dsDNA-Antikörper 0 bis 7 IU/ml
Antikörper gegen die eigene Erbsubstanz.
Erhöht: Typisch für einen systemischen Lupus erythematodes; die Höhe kann mit der Krankheitsaktivität schwanken.
Erniedrigt: Normal.
Antistreptolysin O (ASL) bis 200 IU/ml
Antikörper gegen ein Gift der Streptokokken.
Erhöht: Nach einer Streptokokken-Infektion, etwa einer Mandelentzündung; bleibt wochenlang erhöht. Wichtig bei Verdacht auf rheumatisches Fieber oder bestimmte Nierenentzündungen.
Erniedrigt: Normal.
Transglutaminase-IgA-Antikörper (tTG-IgA) Bereich des eigenen Labors
Suchtest für Zöliakie (Glutenunverträglichkeit).
Erhöht: Spricht für eine Zöliakie; bestätigt wird sie meist mit einer Magenspiegelung oder bei sehr hohen Werten mit weiteren Antikörpern.
Erniedrigt: Normal; bei IgA-Mangel oder glutenfreier Ernährung kann der Test eine Zöliakie übersehen.
Hinweis: Grenzwerte hängen vom Test ab (ABIM nennt je nach Verfahren unter 4 U/ml oder unter 20 AU); maßgeblich ist der Bereich deines Labors. Nur aussagekräftig bei glutenhaltiger Ernährung und ausreichend Gesamt-IgA.
Freie Kappa-Leichtketten 3,3 bis 19,4 mg/l
Bruchstücke von Antikörpern im Blut.
Erhöht: Bei Entzündungen und Nierenschwäche, dann meist zusammen mit Lambda; einseitig erhöht bei Erkrankungen der Plasmazellen wie dem Multiplen Myelom.
Erniedrigt: Selten von Bedeutung.
Umrechnung: 1 mg/l = 0,1 mg/dl
Freie Lambda-Leichtketten 5,7 bis 26,3 mg/l
Bruchstücke von Antikörpern im Blut.
Erhöht: Bei Entzündungen und Nierenschwäche, dann meist zusammen mit Kappa; einseitig erhöht bei Erkrankungen der Plasmazellen wie dem Multiplen Myelom.
Erniedrigt: Selten von Bedeutung.
Umrechnung: 1 mg/l = 0,1 mg/dl
Kappa/Lambda-Quotient 0,26 bis 1,65
Verhältnis der beiden Leichtketten; bleibt bei Entzündungen meist normal.
Erhöht: Ein deutlich verschobenes Verhältnis spricht für die Vermehrung einer einzelnen Plasmazelllinie (monoklonale Gammopathie, Myelom) und wird weiter abgeklärt.
Erniedrigt: Ein deutlich verschobenes Verhältnis spricht für die Vermehrung einer einzelnen Plasmazelllinie und wird weiter abgeklärt.
Hinweis: Bei Nierenschwäche ist ein etwas höherer Quotient normal.
Tryptase bis 11,5 ng/ml
Enzym der Mastzellen, die bei allergischen Reaktionen Botenstoffe freisetzen.
Erhöht: Vorübergehend nach einer schweren allergischen Reaktion; dauerhaft bei einer Mastozytose oder einer erblichen Vermehrung (hereditäre Alpha-Tryptasämie).
Erniedrigt: Normal.
Umrechnung: ng/ml = µg/l
ACE (Angiotensin-Converting-Enzym) 8 bis 53 U/l
Enzym, das bei Sarkoidose vermehrt in den Entzündungsherden gebildet wird.
Erhöht: Bei Sarkoidose, aber auch bei anderen Lungen- und Lebererkrankungen.
Erniedrigt: Unter ACE-Hemmern (Blutdruckmittel); dann ist der Wert nicht verwertbar.
Umrechnung: 1 U/l = 0,0167 µkat/l
Herz und Muskeln
Troponin T (hochsensitiv) Frauen: bis 10 ng/l; Männer: bis 15 ng/l
Herzmuskel-Eiweiß. Steigt, wenn Herzmuskelzellen geschädigt werden.
Erhöht: Bei Herzinfarkt, aber auch bei Herzmuskelentzündung, Herzschwäche, Lungenembolie, Nierenschwäche oder nach extremer Belastung. Bei Brustschmerz oder Atemnot sofort den Notruf 112 wählen.
Erniedrigt: Normal.
Umrechnung: ng/l = pg/ml; 1 ng/l = 0,001 ng/ml; 1 ng/l = 0,001 µg/l
Troponin I (hochsensitiv) Frauen: bis 15 ng/l; Männer: bis 20 ng/l
Herzmuskel-Eiweiß. Steigt, wenn Herzmuskelzellen geschädigt werden.
Erhöht: Bei Herzinfarkt, aber auch bei Herzmuskelentzündung, Herzschwäche, Lungenembolie, Nierenschwäche oder nach extremer Belastung. Bei Brustschmerz oder Atemnot sofort den Notruf 112 wählen.
Erniedrigt: Normal.
Umrechnung: ng/l = pg/ml; 1 ng/l = 0,001 ng/ml; 1 ng/l = 0,001 µg/l
NT-proBNP bis 125 pg/ml
Wird vom Herzen ausgeschüttet, wenn die Herzwände gedehnt werden.
Erhöht: Bei Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern, Lungenembolie, Nierenschwäche und im Alter. Unter 125 pg/ml ist eine Herzschwäche außerhalb einer akuten Situation unwahrscheinlich (ESC 2021).
Erniedrigt: Normal; bei starkem Übergewicht oft niedriger.
Umrechnung: pg/ml = ng/l; 1 pg/ml = 0,118 pmol/l
Hinweis: In der Notaufnahme gelten bei einer eGFR über 60 andere Grenzen: Herzschwäche unwahrscheinlich bis 300 pg/ml, wahrscheinlich ab 450 (18 bis 49 Jahre), 900 (50 bis 75 Jahre) oder 1800 pg/ml (über 75 Jahre); bei einer eGFR unter 60 ab 1200 pg/ml (ABIM).
BNP bis 35 pg/ml
Herzhormon, das wie NT-proBNP bei Dehnung der Herzwände steigt.
Erhöht: Bei Herzschwäche und anderen Belastungen des Herzens, bei Nierenschwäche und im Alter.
Erniedrigt: Normal.
Umrechnung: pg/ml = ng/l; 1 pg/ml = 0,289 pmol/l
CK (Creatinkinase) Frauen: 30 bis 135 U/l; Männer: 55 bis 170 U/l
Enzym aus Muskeln und Herz.
Erhöht: Nach Sport, Stürzen oder Spritzen in den Muskel, bei Muskelerkrankungen, durch Statine oder bei Herzmuskelschäden.
Erniedrigt: Bei wenig Muskelmasse; ohne Bedeutung.
Umrechnung: 1 U/l = 0,0167 µkat/l
Myoglobin bis 100 µg/l
Muskeleiweiß, steigt bei Muskelschäden schnell an.
Erhöht: Nach Muskelverletzungen, Sport oder Herzinfarkt.
Erniedrigt: Normal.
Umrechnung: µg/l = ng/ml
Homocystein 5 bis 15 µmol/l
Aminosäure aus dem Eiweißstoffwechsel.
Erhöht: Bei Mangel an Vitamin B12, B6 oder Folsäure, Nierenschwäche oder erblich; verbunden mit höherem Gefäßrisiko.
Erniedrigt: Normal.
Umrechnung: 1 µmol/l = 0,135 mg/l
CK-MB bis 5 %
Herzmuskel-Anteil der Creatinkinase; heute weitgehend durch Troponin ersetzt.
Erhöht: Bei Herzmuskelschäden, aber auch nach starkem Muskeltraining oder bei Muskelverletzungen.
Erniedrigt: Normal.
Umrechnung: nicht sicher umrechenbar
Hinweis: Aktivität (U/l), Masse (ng/ml) und Anteil (%) sind verschiedene Angaben und lassen sich nicht ineinander umrechnen.
Gerinnung
Quick-Wert (Thromboplastinzeit) Bereich des eigenen Labors
Zeigt in Prozent der Norm, wie gut die Gerinnung über die in der Leber gebildeten Faktoren funktioniert. Sinkt unter Marcumar.
Erhöht: Ohne Bedeutung.
Erniedrigt: Unter Vitamin-K-Antagonisten wie Marcumar gewollt; sonst bei Vitamin-K-Mangel oder Lebererkrankungen.
Hinweis: Der Normalbereich hängt vom Reagenz ab; maßgeblich ist der Bereich deines Labors.
INR Bereich des eigenen Labors
Standardisierte Form des Quick-Werts, zwischen Laboren vergleichbar.
Erhöht: Unter Marcumar und ähnlichen Mitteln gewollt; ohne solche Medikamente bei Lebererkrankungen oder Vitamin-K-Mangel. Je höher, desto größer die Blutungsneigung.
Erniedrigt: Normal.
Hinweis: Ohne Gerinnungshemmer liegt die INR um 1. Unter Vitamin-K-Antagonisten wird je nach Grund meist ein Bereich von 2 bis 3 angestrebt.
aPTT 25 bis 35 s
Gerinnungstest für das innere Gerinnungssystem; dient auch zur Kontrolle einer Heparin-Therapie.
Erhöht: Unter Heparin, bei Mangel an Gerinnungsfaktoren wie bei der Hämophilie oder bei Lupus-Antikoagulans.
Erniedrigt: Meist ohne Bedeutung.
Prothrombinzeit (Sekunden) 11 bis 13 s
Internationale Angabe der Thromboplastinzeit in Sekunden; in Deutschland meist als Quick-Wert und INR.
Erhöht: Unter Marcumar, bei Vitamin-K-Mangel oder Lebererkrankungen.
Erniedrigt: Ohne Bedeutung.
Thrombinzeit 17 bis 23 s
Prüft den letzten Schritt der Gerinnung, die Umwandlung von Fibrinogen.
Erhöht: Unter Heparin oder Dabigatran, bei Fibrinogenmangel.
Erniedrigt: Ohne Bedeutung.
Fibrinogen 200 bis 400 mg/dl
Gerinnungseiweiß aus der Leber; steigt auch bei Entzündungen.
Erhöht: Bei Entzündungen, in der Schwangerschaft und bei Rauchern.
Erniedrigt: Bei schweren Lebererkrankungen oder hohem Verbrauch, etwa bei großen Blutungen.
Umrechnung: 1 mg/dl = 0,01 g/l
D-Dimere bis 0,5 mg/l
Abbauprodukte von Blutgerinnseln.
Erhöht: Bei Thrombosen oder Lungenembolie, aber auch nach Operationen, bei Entzündungen, Krebs, in der Schwangerschaft und im Alter. Ein erhöhter Wert allein beweist keine Thrombose.
Erniedrigt: Normal; macht eine Thrombose unwahrscheinlich.
Umrechnung: mg/l = µg/ml; 1 mg/l = 1.000 µg/l; 1 mg/l = 1.000 ng/ml
Antithrombin 80 bis 120 %
Körpereigener Hemmstoff der Gerinnung.
Erhöht: Ohne Bedeutung.
Erniedrigt: Bei einem angeborenen Mangel (erhöhtes Thromboserisiko), Lebererkrankungen oder hohem Verbrauch.
Faktor II (Prothrombin) 60 bis 130 %
Gerinnungsfaktor II (Prothrombin) aus der Leber, abhängig von Vitamin K; wird bei Blutungsneigung, verlängerten Gerinnungszeiten oder vor Operationen einzeln bestimmt.
Erhöht: Ohne Bedeutung; die Prothrombin-Mutation wird genetisch bestimmt, nicht über diesen Wert.
Erniedrigt: Bei Vitamin-K-Mangel, unter Marcumar, bei Lebererkrankungen oder selten angeboren.
Faktor V 60 bis 130 %
Gerinnungsfaktor V aus der Leber; wird bei Blutungsneigung, verlängerten Gerinnungszeiten oder vor Operationen einzeln bestimmt.
Erhöht: Meist ohne Bedeutung. Die Faktor-V-Leiden-Mutation ist eine Erbanlage und wird gesondert bestimmt.
Erniedrigt: Bei Lebererkrankungen, hohem Verbrauch oder selten angeboren; nicht durch Vitamin K beeinflusst.
Faktor VII 60 bis 130 %
Gerinnungsfaktor VII aus der Leber, abhängig von Vitamin K; wird bei Blutungsneigung, verlängerten Gerinnungszeiten oder vor Operationen einzeln bestimmt.
Erhöht: Meist ohne Bedeutung.
Erniedrigt: Als erster Faktor bei Vitamin-K-Mangel, unter Marcumar oder bei Lebererkrankungen; selten angeboren.
Faktor VIII 50 bis 150 %
Gerinnungsfaktor VIII; wird bei Blutungsneigung, verlängerten Gerinnungszeiten oder vor Operationen einzeln bestimmt.
Erhöht: Bei Entzündungen, Stress, in der Schwangerschaft und mit dem Alter; dauerhaft hohe Werte erhöhen das Thromboserisiko.
Erniedrigt: Angeboren bei der Hämophilie A, auch beim von-Willebrand-Syndrom.
Faktor IX 60 bis 130 %
Gerinnungsfaktor IX aus der Leber, abhängig von Vitamin K; wird bei Blutungsneigung, verlängerten Gerinnungszeiten oder vor Operationen einzeln bestimmt.
Erhöht: Meist ohne Bedeutung.
Erniedrigt: Angeboren bei der Hämophilie B; sonst bei Vitamin-K-Mangel, unter Marcumar oder bei Lebererkrankungen.
Faktor X 60 bis 130 %
Gerinnungsfaktor X aus der Leber, abhängig von Vitamin K; wird bei Blutungsneigung, verlängerten Gerinnungszeiten oder vor Operationen einzeln bestimmt.
Erhöht: Meist ohne Bedeutung.
Erniedrigt: Bei Vitamin-K-Mangel, unter Marcumar, bei Lebererkrankungen oder selten angeboren.
Faktor XI 60 bis 130 %
Gerinnungsfaktor XI; wird bei Blutungsneigung, verlängerten Gerinnungszeiten oder vor Operationen einzeln bestimmt.
Erhöht: Meist ohne Bedeutung.
Erniedrigt: Selten angeboren (Hämophilie C); führt vor allem nach Verletzungen und Operationen zu Blutungen.
Faktor XII 60 bis 130 %
Gerinnungsfaktor XII; wird bei Blutungsneigung, verlängerten Gerinnungszeiten oder vor Operationen einzeln bestimmt.
Erhöht: Ohne Bedeutung.
Erniedrigt: Verlängert die aPTT, führt aber nicht zu Blutungen.
Faktor XIII 57 bis 192 %
Gerinnungsfaktor XIII, der das Gerinnsel festigt; wird bei Blutungsneigung, verlängerten Gerinnungszeiten oder vor Operationen einzeln bestimmt.
Erhöht: Ohne Bedeutung.
Erniedrigt: Angeboren oder bei hohem Verbrauch; führt zu verzögerter Wundheilung und Nachblutungen, obwohl Quick und aPTT normal sind.
Protein C (Aktivität) 65 bis 150 %
Körpereigener Hemmstoff der Gerinnung.
Erhöht: Ohne Bedeutung.
Erniedrigt: Bei einem angeborenen Mangel (erhöhtes Thromboserisiko), unter Marcumar, bei Vitamin-K-Mangel oder Lebererkrankungen.
Protein S (Aktivität) 57 bis 131 %
Helfer des Protein C bei der Hemmung der Gerinnung.
Erhöht: Ohne Bedeutung.
Erniedrigt: Bei einem angeborenen Mangel (erhöhtes Thromboserisiko), in der Schwangerschaft, unter der Pille oder Marcumar.
Freies Protein S 60 bis 130 %
Der wirksame, nicht gebundene Anteil des Protein S.
Erhöht: Ohne Bedeutung.
Erniedrigt: Bei einem angeborenen Mangel (erhöhtes Thromboserisiko), in der Schwangerschaft, unter der Pille oder Marcumar.
Von-Willebrand-Faktor-Aktivität 50 bis 150 %
Funktion des von-Willebrand-Faktors, der Blutplättchen an verletzte Gefäße bindet.
Erhöht: Bei Entzündungen, Stress, in der Schwangerschaft und mit dem Alter.
Erniedrigt: Beim von-Willebrand-Syndrom, der häufigsten angeborenen Blutungsneigung. Bei Blutgruppe 0 sind die Werte natürlicherweise etwas niedriger.
Von-Willebrand-Faktor-Antigen 50 bis 150 %
Menge des von-Willebrand-Faktors im Blut.
Erhöht: Bei Entzündungen, Stress, in der Schwangerschaft und mit dem Alter.
Erniedrigt: Beim von-Willebrand-Syndrom. Bei Blutgruppe 0 sind die Werte natürlicherweise etwas niedriger.
Anti-Xa-Aktivität Bereich des eigenen Labors
Misst die Wirkung von Heparin und manchen neueren Gerinnungshemmern im Blut.
Erhöht: Starke Wirkung des Gerinnungshemmers, verbunden mit erhöhter Blutungsneigung.
Erniedrigt: Ohne Gerinnungshemmer normal; unter Behandlung eine eher schwache Wirkung.
Hinweis: Bei unfraktioniertem Heparin liegt der Zielbereich bei 0,3 bis 0,7 IU/ml (ABIM). Für niedermolekulare Heparine und neuere Gerinnungshemmer gelten andere, vom Medikament abhängige Bereiche.
Blutgase
pH-Wert (arteriell) 7,38 bis 7,44
Säuregrad des Blutes.
Erhöht: Alkalose, etwa durch schnelles Atmen oder Erbrechen.
Erniedrigt: Azidose (Übersäuerung), etwa bei Lungen-, Nieren- oder Stoffwechselstörungen.
pCO2 (arteriell) 38 bis 42 mmHg
Kohlendioxid-Druck im Blut; zeigt, wie gut die Lunge Kohlendioxid abatmet.
Erhöht: Bei unzureichender Atmung, etwa bei Lungenerkrankungen.
Erniedrigt: Bei schnellem, tiefem Atmen.
Umrechnung: 1 mmHg = 0,133 kPa
pO2 (arteriell) 75 bis 100 mmHg
Sauerstoff-Druck im arteriellen Blut.
Erhöht: Unter Sauerstoffgabe.
Erniedrigt: Bei Lungen- oder Herzerkrankungen und im Alter.
Umrechnung: 1 mmHg = 0,133 kPa
Sauerstoffsättigung ab 95 %
Anteil des Hämoglobins, der mit Sauerstoff beladen ist.
Erhöht: Normal.
Erniedrigt: Bei Lungen- oder Herzerkrankungen. Unter 90 % ärztlich abklären lassen.
Carboxyhämoglobin (COHb) bis 5 %
Mit Kohlenmonoxid beladenes Hämoglobin.
Erhöht: Bei Rauchern oder einer Kohlenmonoxidvergiftung, etwa durch defekte Heizungen.
Erniedrigt: Normal.
Methämoglobin 0,5 bis 3 %
Hämoglobin, das keinen Sauerstoff transportieren kann.
Erhöht: Durch manche Medikamente oder Chemikalien, selten angeboren.
Erniedrigt: Normal.
Tumormarker
PSA (prostataspezifisches Antigen) Bereich des eigenen Labors
Eiweiß der Prostata, genutzt zur Früherkennung und Verlaufskontrolle von Prostatakrebs.
Erhöht: Auch bei gutartiger Prostatavergrößerung, Entzündung, nach Radfahren, Samenerguss oder einer Untersuchung der Prostata.
Erniedrigt: Normal.
Umrechnung: ng/ml = µg/l
Hinweis: Für PSA gibt es keinen festen Normalwert (ABIM); die Bewertung hängt von Alter, Verlauf und Prostatagröße ab und gehört in ärztliche Hände.
CEA bis 2,5 ng/ml
Tumormarker, vor allem für die Verlaufskontrolle bei Darmkrebs; nicht als Suchtest geeignet.
Erhöht: Bei manchen Krebserkrankungen, aber auch bei Rauchern, Entzündungen von Darm, Leber oder Lunge.
Erniedrigt: Normal.
Umrechnung: ng/ml = µg/l
CA 19-9 0 bis 37 U/ml
Tumormarker für die Verlaufskontrolle, etwa bei Bauchspeicheldrüsenkrebs; nicht als Suchtest geeignet.
Erhöht: Bei manchen Krebserkrankungen, aber auch bei Gallenstau oder Entzündungen von Bauchspeicheldrüse und Leber.
Erniedrigt: Normal.
CA 125 bis 35 U/ml
Tumormarker für die Verlaufskontrolle bei Eierstockkrebs; nicht als Suchtest geeignet.
Erhöht: Bei manchen Krebserkrankungen, aber auch während der Periode, bei Endometriose, Entzündungen im Bauchraum oder Wasser im Bauch.
Erniedrigt: Normal.
AFP (Alpha-Fetoprotein) bis 10 ng/ml
Eiweiß, das vor der Geburt gebildet wird; Tumormarker für Leber- und Keimzellkrebs.
Erhöht: In der Schwangerschaft normal; sonst bei Lebererkrankungen oder bestimmten Tumoren.
Erniedrigt: Normal.
Umrechnung: ng/ml = µg/l
CA 15-3 Bereich des eigenen Labors
Tumormarker für die Verlaufskontrolle bei Brustkrebs; nicht als Suchtest geeignet.
Erhöht: Bei manchen Krebserkrankungen, aber auch bei Leber- und Lungenerkrankungen und in der Schwangerschaft.
Erniedrigt: Normal.
Hinweis: Der Bereich hängt vom Test ab; maßgeblich ist der Bereich deines Labors.
NSE (neuronenspezifische Enolase) Bereich des eigenen Labors
Tumormarker für kleinzellige Lungentumoren und neuroendokrine Tumoren; nicht als Suchtest geeignet.
Erhöht: Bei manchen Tumoren; falsch hoch, wenn rote Blutkörperchen in der Probe zerfallen sind.
Erniedrigt: Normal.
Umrechnung: ng/ml = µg/l
Hinweis: Der Bereich hängt vom Test ab; maßgeblich ist der Bereich deines Labors.
CYFRA 21-1 Bereich des eigenen Labors
Tumormarker für die Verlaufskontrolle, vor allem bei nicht-kleinzelligem Lungenkrebs; nicht als Suchtest geeignet.
Erhöht: Bei manchen Tumoren, aber auch bei Nierenschwäche und gutartigen Lungen- oder Lebererkrankungen.
Erniedrigt: Normal.
Umrechnung: ng/ml = µg/l
Hinweis: Der Bereich hängt vom Test ab; maßgeblich ist der Bereich deines Labors.
Freies PSA Bereich des eigenen Labors
Der nicht an Eiweiß gebundene Anteil des PSA.
Erhöht: Für sich allein wenig aussagekräftig; entscheidend ist der Anteil am Gesamt-PSA.
Erniedrigt: Für sich allein wenig aussagekräftig; entscheidend ist der Anteil am Gesamt-PSA.
Umrechnung: ng/ml = µg/l
Hinweis: Wird zusammen mit dem Gesamt-PSA als Quotient bewertet.
Quotient freies/gesamtes PSA Bereich des eigenen Labors
Anteil des freien PSA am Gesamt-PSA; wird vor allem bei einem PSA zwischen etwa 4 und 10 ng/ml betrachtet.
Erhöht: Ein hoher Anteil spricht eher für eine gutartige Prostatavergrößerung.
Erniedrigt: Ein niedriger Anteil spricht eher für Prostatakrebs und ist ein Grund für weitere Untersuchungen.
Umrechnung: 1 % = 0,01 Quotient
Hinweis: Der Bereich hängt vom Test ab; maßgeblich ist der Bereich deines Labors.
Häufige Fragen
Wie rechne ich mg/dl in mmol/l um?
Man teilt durch die molare Masse des Stoffs und multipliziert mit 10. Für Glukose (180,16 g/mol) ergibt das den Faktor 0,0555: 100 mg/dl sind 5,55 mmol/l. Für Cholesterin ist der Faktor 0,0259, für Kreatinin 88,4 (in µmol/l). Der Rechner kennt die molaren Massen aller Werte und rechnet automatisch.
Wie rechne ich Vitamin D von ng/ml in nmol/l um?
Für 25-OH-Vitamin D gilt: ng/ml mal 2,496 ergibt nmol/l. 20 ng/ml sind also rund 50 nmol/l, 30 ng/ml rund 75 nmol/l. Für die Dosis von Präparaten gilt etwas anderes: 1 Mikrogramm Vitamin D entspricht 40 Internationalen Einheiten (IE), 1000 IE sind 25 µg.
Warum weicht mein Laborbereich von dieser Seite ab?
Referenzbereiche hängen vom Messverfahren, vom Gerät und von der untersuchten Bevölkerung ab. Deshalb gilt immer der Bereich auf deinem Befund. Der Rechner übernimmt ihn, wenn du ihn einträgst oder er im Befund erkannt wird. Die Bereiche hier stammen aus der Liste des American Board of Internal Medicine (Januar 2026) und aktuellen Leitlinien.
Ist ein Wert außerhalb des Referenzbereichs krank?
Nicht unbedingt. Ein Referenzbereich umfasst die mittleren 95 Prozent gesunder Menschen; jeder zwanzigste Gesunde liegt also bei einem einzelnen Wert außerhalb. Wichtig sind das Ausmaß der Abweichung, der Verlauf, Beschwerden und andere Werte. Die Einordnung gehört in ärztliche Hände.
Werden meine Laborbefunde hochgeladen?
Nein. PDF, Foto oder Text werden ausschließlich in deinem Browser gelesen, auch die Texterkennung läuft auf deinem Gerät. Es wird nichts an fanizza.de gesendet und nichts gespeichert. Nur wenn du den KI-Assistenten ausdrücklich nutzt, gehen die ausgewerteten Werte mit deiner Frage an Cloudflare Workers AI, ohne Namen, Geburtsdatum oder Befunddatei.
Kann eine KI meinen Befund erklären?
Ja. Der KI-Assistent erklärt deinen ausgewerteten Befund in eigenen Worten und beantwortet Fragen zu einzelnen Werten. Er nutzt ein offenes Sprachmodell (Mistral Small 3.1) bei Cloudflare Workers AI, ist kostenlos und braucht kein Konto. Die KI stützt sich auf die geprüften Angaben dieser Seite, kann sich aber irren und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Kann ich den Befund mit dem Handy fotografieren?
Ja, mit jedem Smartphone, ob iPhone, Samsung, Google Pixel, Xiaomi oder ein anderes Android-Gerät. „Befund fotografieren“ öffnet die Kamera des Handys, alternativ läuft die Kamera direkt im Browser. Auch Fotos aus der Galerie gehen, iPhone-Fotos im HEIC-Format eingeschlossen. Lege den Befund flach hin, fotografiere ihn von oben bei gutem Licht und ohne Schatten. Die Seite gleicht Schatten, Schräglage und Querformat selbst aus und warnt bei unscharfen Fotos. Das Foto wird nur auf deinem Gerät gelesen.
Wie zuverlässig ist die automatische Erkennung von Befunden?
Bei PDFs mit Textebene sehr gut. Bei Fotos hängt sie von Schärfe und Licht ab: In Tests mit nachgestellten Handyfotos eines gedruckten Befunds las die Seite bei guter Aufnahme 29 oder 30 von 30 Werten, bei kräftigem Schatten oder wenig Licht 22 bis 25. Unsicher gelesene Werte sind gelb markiert. Jede erkannte Zeile erscheint zur Kontrolle in einer Tabelle, in der du Parameter, Wert, Einheit und Referenzbereich korrigieren kannst, bevor ausgewertet wird.
Was ist der Unterschied zwischen Referenzbereich und Zielwert?
Der Referenzbereich beschreibt, was bei Gesunden üblich ist. Ein Zielwert ist eine Empfehlung für die Behandlung. Beim LDL-Cholesterin etwa gilt für Menschen mit sehr hohem Risiko nach ESC/EAS ein Ziel unter 55 mg/dl, obwohl Werte bis 130 mg/dl als üblich gelten.
Welche Werte sind ein Notfall?
Labore melden bestimmte Werte sofort, etwa Kalium unter 3,0 oder über 6,1 mmol/l, Natrium unter 120 oder über 160 mmol/l, Glukose unter 55 oder über 450 mg/dl und Hämoglobin unter 7 g/dl (ARUP). Solche Werte sollten noch am selben Tag ärztlich besprochen werden. Bei Brustschmerz, Atemnot, Verwirrtheit oder Bewusstseinsstörung immer den Notruf 112 wählen.
Quellen
- ABIM Laboratory Test Reference Ranges, Januar 2026
- WHO: Guideline on haemoglobin cutoffs to define anaemia, 2024
- WHO: Guideline on use of ferritin concentrations to assess iron status, 2020
- KDIGO 2024 Clinical Practice Guideline for the Evaluation and Management of CKD
- American Diabetes Association: Standards of Care in Diabetes 2026, Diagnose und Klassifikation
- ESC/EAS: 2025 Focused Update der Leitlinie Dyslipidämien
- EAS-Konsensus zu Lipoprotein(a), European Heart Journal 2022
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin D
- ESC-Leitlinie Herzinsuffizienz 2021
- EASL-EASD-EASO-Leitlinie MASLD 2024
- ARUP Laboratories: Critical Values
- Inker et al.: New Creatinine- and Cystatin C-Based Equations to Estimate GFR without Race, NEJM 2021
- Knopp et al.: Insulin Units and Conversion Factors, Journal of Diabetes Science and Technology 2019
- NGSP: IFCC-NGSP Master Equation für HbA1c
- Nathan et al.: Translating the A1C assay into estimated average glucose values, Diabetes Care 2008
- Friedewald et al.: Estimation of LDL cholesterol, Clinical Chemistry 1972
- Sterling et al.: FIB-4, Hepatology 2006
- Payne et al.: Interpretation of serum calcium, BMJ 1973
- Matthews et al.: Homeostasis model assessment, Diabetologia 1985
- NIH Office of Dietary Supplements: Fact Sheets Vitamin A, D und E
- PubChem (NIH): Molare Massen
- National Kidney Foundation: CKD-EPI Cystatin C Equation (2012)
- National Kidney Foundation: CKD-EPI Creatinine-Cystatin C Equation (2021)
Die Werte wurden am 4.10.2026 zusammengestellt. Fehler gefunden? Schreib über das Kontaktformular.